26-Jähriger gestorben

Nach langem Leiden: Vom Arbeitskollegen vergiftete Pausenbrote fordern erstes Todesopfer

In Schloß Holte-Stukenbrock (NRW) vergiftete ein Mann aus Bielefeld die Pausenbrote mehrerer Kollegen. Einer starb nun nach langem leiden.

  • Im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock vergiftete ein Mann mehrere seiner Arbeitskollegen.
  • Er versetzte die Pausenbrote mit giftigen Substanzen.
  • Seine Opfer wurden schwer krank, einer verstarb nun.

Schloß Holte-Stukenbrock - Lange Zeit litt der junge Arbeitskollege des Täters Qualen. Er baute immer weiter ab, verfiel schließlich ins Wachkoma. Nun verstarb er Jahre nach der eigentlichen Tat. Auch andere Opfer leiden bis heute an den Folgen der Vergiftung.

Vergiftete Pausenbrote: Opfer fiel zunächst ins Wachkoma

Zehn Monate, nachdem dem Täter der Prozess gemacht wurde, verstarb nun das erste seiner Opfer. Zuvor hatte der 26-Jährige lautDeutscher Presse-Agentur (dpa) jahrelang im Wachkoma gelegen. Seinen Tod bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld gegenüber der dpa.

Der Täter, ein 57-jähriger Mann aus Bielefeld wurde bereits im März 2019 wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Das Gericht war davon überzeugt, dass der Bielefelder mehreren Kollegen ein Pulver mit Blei- und Cadmiumverbindungen auf die Pausenbrote gestreut hatte.

Opfer erlitt Hirnschäden durch vergiftete Pausenbrote

Zu dieser Zeit lag der junge Mann bereits im Wachkoma, in das er im Herbst 2016 fiel. Im Prozess erzählten die Eltern des nun verstorbenen von seinem langen Leidensweg. Bevor er ins Wachkoma fiel, baute er körperlich stark ab. Er erlitt durch die Vergiftung irreparable Hirnschäden. Seine Eltern pflegten ihn bis zu seinem Tod. Auch zwei andere Opfer kämpfen noch heute mit den Folgen - sie erlitten laut owl24 schwere Nierenschäden.

Warum der Verurteilte seine Arbeitskollegen vergiftete, ist nach wie vor nicht geklärt. Der Täter Klaus O. schweigt beharrlich zu den Vorwürfen. 

Vergiftete Pausenbrote: Psychologen rätseln um Motiv

Psychologen sagten zu dem Motiv im Prozess aus, der 57-Jährige habe an seinen Kollegen möglicherweise beobachten wollen, wie das Gift wirkt. Laut Westfalen-Blatt gab ein Psychologe an, Vorgehen und Äußerungen des Täters seien ihm wie die eines Wissenschaftlers vorgekommen, der eine Wirkung erforsche.

Nach der Urteilsverkündung bestätigte ein Jurist dem Nachrichtenportal bereits, dass die verhängte Strafe bei Mordversuchen nur in Ausnahmefällen verhängt würde. Die Richter am Landgericht in Bielefeld stellten schon damals die besondere Schwere der Schuld bei dem Angeklagten fest und verhängten die Höchststrafe.

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