Kanzler in Mülheim

Nordstream-Turbine im Ruhrgebiet: Russen „lügen einem ins Gesicht“

Die gewartete Nordstream-Turbine in Mülheim.
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Die gewartete Nordstream-Turbine in Mülheim.

Die in Kanada gewartete Nordstream-Turbine steht im Ruhrgebiet. Bundeskanzler Scholz besichtigt sie in Mülheim, Habeck macht Russland Vorwürfe.

Mülheim an der Ruhr/Berlin – Im Gasstreit mit Russland hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch (3. August) in Mülheim an der Ruhr die in Kanada für die Pipeline Nordstream 1 gewartete Turbine angeschaut. Die Turbine stehe in NRW für den Weitertransport nach Russland bereit, hieß es vom Energietechnik-Konzern Siemens Energy.

Bundeskanzler Olaf Scholz besichtigt Nordstream-Turbine im Ruhrgebiet

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nordstream 1 zurückgefahren. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit einer wegen der Sanktionen fehlenden Turbine von Siemens Energy.

Vergangene Woche hatte das Unternehmen unter Verweis auf weitere Reparaturarbeiten die Gaslieferungen noch einmal gedrosselt, sodass inzwischen nur noch 20 Prozent der maximal möglichen Menge durch die Röhren fließen. In Europa gilt die Begründung als Vorwand.

Die Turbine ist nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom hatte seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vorgeworfen, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy hatte die Vorwürfe von Gazprom zurückgewiesen.

Nordstream-Turbine im Ruhrgebiet: Russen „lügen einem ins Gesicht“

Nach Kremlangaben hofft Russland angesichts der gedrosselten Gaslieferungen durch die Pipeline auf eine rasche Rückkehr der reparierten Gasturbine. Die Turbine solle dann in die Gasverdichterstation Portowaja eingebaut werden, danach könnten die Arbeiten für die Wiederinbetriebnahme laufen, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag gesagt (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Vizekanzler Robert Habeck während einer Bundestagssitzung.

Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist die Turbine seit dem 18. Juli in Deutschland. Alle Papiere lägen vor, er habe sie selber in der Hand gehabt, sagte der Grünen-Politiker. Russland aber weigere sich, die Turbine ins eigene Land zu holen. „Sie lügen einem ins Gesicht“, sagte Habeck. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer „Farce“. DPA

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