Achtstündige Rettung

Brüder aus NRW machen mit Kind (3) brutalen Fehler – Wanderung wird zum Horror

Zwei Männer aus NRW haben sich mit einem Kleinkind (3) in Österreich in den „Großen Totengraben“ verirrt. Die Lage entwickelte sich drastisch.

Soest/Gmunden – Alleine bei dem Namen dürfte den einen oder anderen das Blut in den Adern gefrieren. „Großer Totengraben“ oder „Höllengebirge“. Für zwei Brüder aus NRW und einem Kleinkind (3) wurde eine Bergwandertour zum Albtraum.

LandÖsterreich
StadtGmunden
EreignisWanderer aus NRW verirren sich in Großen Totengraben

Männer und Kleinkind (3) aus NRW verirren sich in gefährlichem Tal in Österreich

Die fatale Wanderung, die eigentlich ein tolles Urlaubserlebnis im Sommer 2021 sein sollte, ereignete sich schon am Mittwoch (4. August). Nach dem Frühstück seien ein 32-jähriger gehörloser Vater, sein 23-jähriger Bruder und der Sohn, der in einer Rückentrage mitgenommen wurde, von der Riederhütte nach dem Frühstück aufgebrochen.

Die Riederhütte befindet sich im besagten Höllengebirge, circa 100 Kilometer östlich von Salzburg. Die Männer aus der NRW-Stadt Soest haben laut Bergrettung schon nach nur wenigen Metern eine falsche Abzweigung genommen. Doch das hatten sie offenbar nicht gemerkt (alle Blaulicht-News aus NRW bei RUHR24).

Statt direkt in Richtung Feuerkogel zu laufen, seien sie in Richtung „Großen Totengraben“ hinab gewandert. Erst nach zwei Stunden Abstieg merkten sie ihren Fehler. Das Problem: Das Wetter habe sich akut verschlechtert, dichte Wolken seien aufgezogen.

Situation in „Großen Totengraben“ wird dramatisch – Gruppe aus NRW kämpft mit Wetter und Gefahren

Im „Großen Totengraben“ hätten sich die Männer aus NRW und das Kleinkind dann gezwungen gesehen, ihren Weg mit Klettern – trotz nassen Fels und Nieselregen – fortzusetzen. Dann jedoch habe man im dichten Nebel den Notruf betätigt.

Zwei Brüder aus NRW verirren sich mit Kleinkind (3) in Österreich.

Die Bergrettung habe ihren Einsatz gegen 12.40 Uhr gestartet und dabei sowohl ein Einsatzteam am Boden als auch einen Hubschrauber eingesetzt, um die Männer aus NRW und das Kleinkind zu finden.

Ganz so leicht sei die Suche nicht gewesen. Zum einen habe sich das Wetter weiter verschlechtert, zum anderen seien die Koordinaten ungenau gewesen. Die Gruppe habe man schließlich 300 Meter tiefer gegen 15 Uhr gefunden. Zudem habe stets die Gefahr von Steinschlägen bestanden.

Bergretter finden Gruppe aus NRW: Aus der schnellen Rettung entwickelt sich ein langer Akt

Doch damit sei, wie die Bergretter berichten, erst das erste Kapitel der dramatischen Rettung beendet gewesen. Die Einsatzkräfte haben sich gezwungen gesehen, Verstärkung zu rufen.

Zwei Brüder aus NRW verirren sich mit Kleinkind (3) in den „Großen Totengraben“ in Österreich.

Es entwickelte sich ein insgesamt sechsstündiges Abstiegs- und Abseildrama, bei dem das Kleinkind von Alpinpolizisten und die Brüder durch die Bergrettung gesichert wurden.

Zwischenzeitlich habe es eine Sicht von nur zehn Metern gegeben. Gegen 21 Uhr sei man aber in der Lage gewesen, die zwei Brüder und das Kleinkind unverletzt ins Tal zu bringen. Die letzten Einsatzkräfte seien in völliger Dunkelheit gegen 22 Uhr im Tal angekommen. Dieser Urlaub im Sommer 2021 wird den Männern und vielleicht auch dem Kleinkind noch lange im Gedächtnis bleiben.

Bergrettung rettet Männer und Kleinkind aus NRW: Einsatz erst um 22 uhr beendet

Was sich in den wenigen Zeilen einfach anhört, sei eine enorme Herausforderung für insgesamt 21 Männer und Frauen des Bergrettungsdienstes Ebensee am Traunsee und fünf Beamte der Alpinpolizei sowie der Besatzung des Polizeihubschraubers gewesen.

„Wir standen mit der Situation vor einem Problem, was wir bisher noch nie gehabt haben“, so ein Sprecher der Bergrettung gegenüber dem österreichischen Sender ATV. Das miese Wetter, die extremen Verhältnisse, die Rettung des Kleinkindes – für alle Beteiligten war der 4. August 2021 eine lange Strapaze.

Rubriklistenbild: © Bergrettung Ebensee/dpa