Gastronomen machtlos

NRW: Ölkrise bedroht Ruhrpott-Kultgericht

Lieferengpässe sorgen in NRW derzeit dafür, dass Speiseöl knapp und teuer wird. Erste Gastronomen streichen daher Pommes von der Speisekarte.

NRW – Das Ruhrgebiet zeichnet sich seit jeher durch eine Speise aus – Pommes und dazu eine ordentliche Currywurst. Das gehört einfach zusammen. Durch den Ukraine-Krieg hat Deutschland nun mit Lieferengpässen aller Art zu kämpfen. Infolgedessen sind auch die Preise für das Speiseöl in die Höhe geschossen – oder die Ware wird weggehamstert. Und wo kein Öl ist, sind auch keine Fritten (mehr News aus NRW bei RUHR24).

ProblemLieferenpässe und Hamsterkäufe
ProduktSpeiseöl
GrundKrieg in der Ukraine

NRW: Ölkrise im Ruhrgebiet – pro Kopf werden rund 5 Kilogramm Fritten im Jahr hergestellt

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland etwa 429.000 Tonnen Pommes hergestellt. Pro Kopf sind das rund fünf Kilo Fritten im Jahr, wie rbb24 berichtet. In anderen Ländern wird für die Herstellung Tierfett verwendet.

Da in Deutschland aber meist Sonnenblumenöl oder Rapsöl zum Frittieren benutzt werden und Russland wie auch die Ukraine die weltweit größten Lieferanten dieses Produktes sind, droht jetzt ein Pommes-Stopp.

Leere Regale in Supermärkten und Discountern: Öl, Mehl und Nudeln sind wegen des Ukraine-Konfliktes rar. (Symbolbild)

NRW: Ölkrise im Ruhrgebiet – Gastronomen reagieren

Erste Restaurants in NRW haben bereits reagiert und die beliebte Beilage von der Speisekarte genommen. Erst kürzlich sorgte ein Kölner Restaurant für Schlagzeilen, weil der Besitzer Pommes durch Bratkartoffeln ersetzte.

Ein 62-jähriger Imbissbuden-Besitzer aus dem Ruhrgebiet sieht das Problem für Pommesknappheit woanders. „Das ist Quatsch in meinen Augen. Warum habe ich kein Öl mehr, um Pommes zu machen?“, so Karsten Möllers im Gespräch mit derwesten. Es liege daran, dass die Preise für das Speiseöl so enorm teuer wären.

NRW: Ölkrise im Ruhrgebiet – Pommes-Zubereitung zu teuer

Laut dem 62-Jährigen hätten viele Gastronomen die Sorge, dass die Gäste die hohen Preise für die Pommes nicht zahlen wollen. Für 50 Liter Speiseöl liege der Preis mittlerweile bei 40 Euro. Für viele Restaurantbesitzer rentiere es sich daher einfach nicht mehr Pommes anzubieten.

Bevor die Restaurantbesitzer den hohen Preis für das Öl bezahlen und auf den überteuerten Pommes sitzen blieben, böten sie die Speise erst gar nicht an. Doch es gibt Hoffnung für die Pommes-Fans – erste Restaurants investieren nun in eine Filteranlage, mit der Frittieröl selbst aufbereitet und länger verwendet werden kann.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO

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