Staatsanwaltschaft ermittelt

„Drecksbullen“: NRW-Polizistin liefert sich auf Balkon Kampf um Leben und Tod

Polizistin
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Eine Polizistin ist in Münster angegriffen worden (Symbolbild).

Ein aggressiver Hausbewohner wollte Polizistin in NRW in die Tiefe stürzen. Mordkommission eingerichtet.

Münster – Unglaubliche Aktion im westfälischen Münster: Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag (23. Oktober) mitteilen, habe ein 34-Jähriger am Samstag (22. Oktober) versucht, eine Polizistin über ein Laubenganggeländer im vierten Stock eines Hauses zu stoßen.

Polizistin wird in Münster von aggressiven Bewohner angegriffen

Wie ist es zu dieser Aktion gekommen? Die Einsatzkräfte seien zuvor über den Notruf alarmiert worden, weil es einen lautstarken Streit in dem Haus in der Straße „Im Moorhock“ gegeben habe. Schreie kamen aus dem vierten Stock, welcher nur über den Laubengang erreichbar gewesen sei (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Durch die geschlossene Tür sprachen die Beamten die Personen an. Eine Frau soll daraufhin aus der Wohnung geschrien haben: „Verpisst euch! Ihr scheiß Drecksbullen!“ „Fickt euch! Ihr dürft gar nichts!“.

Plötzlich sei der 34-jährige Mann von der anderen Seite aus dem Hausflur in den Laubengang gekommen und habe die Beamten beschimpft. Die Frau in der Wohnung, die zuvor noch sehr ausfallend gewesen ist, hätte infolgedessen die Tür geöffnet und sei mit erhobenen Fäusten auf einen 30-jährigen Polizisten zugegangen.

Polizistin in Münster wird angegriffen – 27-Jährige drohte aus dem 4. Stock zu fallen

Der Polizist wehrte sich und brachte die 35-jährige Frau zu Boden. Eine 27-jährige Beamtin unterstütze ihren Kollegen bei der Fixierung. Das sei allerdings bei dem 34-jährigen Bewohner nicht gut angekommen, woraufhin er in Richtung der Beamten gerannt kam und die junge Polizistin gegen das Geländer des Laubenganges gedrückt, sodass sie mit ihrem Oberkörper bereits darüber gelehnt habe und drohte, herunterzustürzen. Der Polizistin gelang es eigenständig, sich aus der Situation zu befreien.

Eine Festnahme der beiden Randalierer gelang den Beamten. Die beiden Bewohner wehrten sich jedoch nach Kräften. Sie spuckten laut Polizeimitteilung die Polizisten an und teilten Tritte aus. Nur ein Pfefferspray-Einsatz brachte Ruhe in die Situation.

Festnahme in Münster – Pfefferspray hilft gegen zwei Randale-Bewohner

„Die Tathandlung des 34-Jährigen lässt darauf schließen, dass er die Polizistin über das Geländer gedrückt hat, um sie herunterzustoßen. Das deutet darauf hin, dass er zumindest mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt haben könnte“, erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den 34-jährigen Mann einen Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung beantragt. Ein Richter erließ am Sonntagnachmittag Haftbefehl gegen ihn. Auch gegen die Frau wird ermittelt.