Viele junge Feiernde

In Münster steigt die Zahl der Corona-Infizierten nach 2G-Party auf 39 – Stadt hat Befürchtung

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Eine Party in Münster ist zu einem echten Corona-Superspreader-Event geworden. (Symbolfoto)

In Münster haben sich bei einer Party mindestens 39 Menschen mit Corona infiziert. Sie waren geimpft oder genesen. Wie konnte das passieren?

Update, Freitag (10. September), 15.30 Uhr: Münster – Inzwischen hat sich die Zahl der Corona-Infizierten nach der 2G-Party in einem Club in Münsters Innenstadt von 26 auf 39 erhöht. Die Stadt gehe aber davon aus, dass diese Zahl weiter steigen werde.

Münster: Zahl der Infizierten mit Corona auf 2G-Party steigt und steigt

Die Betroffenen seien hauptsächlich immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20. Sie hätten entweder milde oder gar keine Corona-Symptome.

Weil die Kontakte bei Eintritt der Party nicht erfasst wurden (das ist laut Coronaschutzverordnung aktuell nicht vorgesehen), gestalte sich die Suche nach den übrigen Party-Gästen schwierig, so die Stadt. Sie ist auf jetzt auf Freiwilligkeit angewiesen.

NRW: Corona-Schock für Münster – 2G-Party endet mit vielen Infektionen

Am Club selbst, der sich im Bahnhofsviertel befindet, sehe die Stadt keine Schuld an der Corona-Eskalation. Das Hygienekonzept sei von der Verwaltung als „vorbildlich“ bewertet worden und bestehe so seit Mitte August. Es gäbe sogar Lüftungsanlagen in dem Club, die die Anforderungen laut Wartungsfirma überträfen.

„Nach bisheriger Erkenntnis hat der Club alle nach Coronaschutzverordnung NRW nötigen Rahmenbedingungen geschaffen“, wird Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer in einer Mitteilung der Stadt Münster von Freitag zitiert.

Von den insgesamt 380 Gästen, die auf der Party waren, verlangt die Stadt Münster nun die Impfausweise – so die Gäste sich denn freiwillig melden. Das Gesundheitsamt der Stadt Münster empfiehlt allen Gästen, die am 3. September vor Ort waren, einen Bürgertest durchzuführen. Wer Symptome hat, sollte sich an einen Hausarzt wenden.

2G-Party in Münster (NRW) endet mit vielen Corona-Infektionen

Erstmeldung, Donnerstag (9. September), 22.12 Uhr: Münster – Die Meldung trifft Münster ins Mark – eine 2G-Party in einem Club im Bahnhofsviertel der Universitätsstadt ist zu einer Art Superspreader-Event avanciert. Das Beängstigende: Alle Gäste waren laut eigenen Angaben gegen Corona geimpft oder davon genesen, teilte die Stadt Münster am Donnerstag (9. September) mit.

Münster: 26 Menschen infizieren sich auf Party in Club mit Corona

20 Infizierte wohnen in Münster, ein Mitarbeiter des Clubs sei ebenso positiv getestet worden, heißt es laut einer Mitteilung. Es sei demnach sogar wahrscheinlich, dass es noch mehr Corona-Infektionen gäbe. Damit würde es nicht nur bei den 26 Infektionen bleiben.

Derzeit laufe die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt Münster. Viele Kontakte müssten einen PCR-Bestätigungstest vorlegen. Wie viele enge Kontaktpersonen die infzierten Feiernden hatten, sei bislang unklar.

Nur 2G, also Geimpfte und Genesene von Corona, durften auf Party in Münster

Die Party in der Innenstadt von Münster hatte am Freitag (3. September) stattgefunden. Nur Gäste, die gegen Corona geimpft oder davon genesen waren, durften dabei sein. Es herrschte also die 2G-Regel. Vor allem Mitzwanziger seien auf der Party gewesen, heißt es vom Veranstalter.

Die Betroffenen wurden durch milde Symptome auf ihre mögliche Corona-Infektion aufmerksam, andere seien durch eine Meldung in der Corona-Warn-App gewarnt worden.

Krisenstabsleiter von Münster: Corona-Impfung schützt nur vor schwerer Erkrankung

Die Stadt Münster resümiert in Form von Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Die Impfung schützt vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen sind hingegen nicht auszuschließen.“

Die Partynach mit den zahlreichen Corona-Impfungen bestätige laut Heuer, wie wichtig die Schutzimpfung sei. „Andererseits wird auch hier deutlich, dass man nicht sorglos insbesondere bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen sein sollte.“

Studien zeigen, wo es gehäuft zu Impfdurchbrüchen beim Coronavirus kommt

Dass die Corona-Impfung nicht zu 100 Prozent gegen eine Infektion schützt, ist längst bekannt. Im Februar kamen Forscher der Oxford University in einer Studie, die im Fachmagazin The Lancet erschienen ist, zu dem Schluss, dass mit einer Biontech-Impfung nur noch 0,05 Prozent der Menschen an Covid-19 erkranken, obwohl sie geimpft sind.

Eine Studie aus Israel kam zudem zum Ergebnis, dass besonders Menschen mit Vorerkrankung eher an Corona erkranken, selbst wenn sie dagegen geimpft sind. Und die Charité Berlin fand heraus, dass auch ältere und doppelt geimpfte Menschen leichter das Virus bekommen können, als andere.

Seit Aufkommen der Delta-Variante hat der Schutz der Impfung allerdings leicht nachgelassen, was in Münster nun wohl zu beobachten ist. Aber: Gegen eine schwere Erkrankung helfen die Impfungen nach wie vor sehr gut. Was der genaue Grund für die gehäuften Infektionen in dem Club in Münster waren, muss jetzt ermittelt werden.

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