Virus auf dem Vormarsch

Potenziell tödliche Infektion breitet sich aktuell rasant in NRW aus

In NRW geht das Rotavirus wieder massiv um. Die Krankenkasse AOK sendet jetzt einen dringenden Appell an die Bevölkerung – und gibt Tipps.

Dortmund – Nachdem sich in der Corona-Pandemie wieder so etwas wie Normalität in den Alltag vieler Menschen in NRW eingestellt hat, treten nun wieder häufiger andere Krankheiten zum Vorschein. Sie hatten es in den vergangenen Jahren schwer, sich aufgrund der strikten Hygienemaßnahmen auszubreiten.

VirusRotavirus
SymptomeDurchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen
SchutzImpfung, Hygiene

Rotaviren in NRW auf dem Vormarsch – sie verursachen schwere Magen-Darm-Beschwerden

Dazu gehört zum Beispiel das Rotavirus, das sich in NRW aktuell schnell auszubreiten scheint. Es ist die häufigste Ursache für eine schwere Magen-Darm-Erkrankung bei Kindern.

Laut AOK seien die gemeldeten Fälle von Rotaviren im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zu 2021 und 2020 deutlich gestiegen. In Westfalen-Lippe zählte die Krankenkasse im ersten Halbjahr 2022 genau 1438 Fälle (2021 gesamt: 605 Fälle, 2020 gesamt: 712 Fälle). Zum Vergleich: Vor der Pandemie im Jahr 2019 waren es noch insgesamt 2.643 Fälle von Rotaviren.

Rotavirus in NRW auf dem Vormarsch – Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen sind die Symptome

Symptome des Rotavirus sind Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei Säuglingen und Kleinkindern verläuft die Erkrankung schwer, weshalb Ärzte und das Robert-Koch-Institut (RKI) zu einer Impfung dagegen raten.

Das Rotavirus macht sich in NRW breit – die Fälle nehmen erstmals in der Corona-Pandemie wieder massiv zu.

Medikamente gibt es gegen das Virus indes keine. Hat man es sich eingefangen, hilft nur: viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch den Durchfall und das Erbrechen auszugleichen – ansonsten droht bei Babys und Kleinkindern sogar Lebensgefahr.

Impfung und Hygienemaßnahmen schützen gegen das Rotavirus – AOK in NRW empfiehlt Handhygiene

Neben der Impfung schützen auch Hygienemaßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Rotavirus. Denn: Meist wird es über eine Schmierinfektion übertragen, etwa über kleinste Kot-Reste an den Händen. Von da aus können die Viren dann in den Mund gelangen, oder zunächst an Türklinken, Toiletten oder Lebensmittel – und von da aus dann wiederum in den Mund und in den Magen-Darm-Trakt.

„Umso wichtiger ist es, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, appelliert Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest. Dazu gehöre es, sich die Hände immer wieder zwischendurch gründlich mit Seife zu waschen und ein wirksames Desinfektionsmittel zu verwenden. Das RKI empfehle Produkte in der Wirkkategorie „begrenzt viruzid PLUS“. Weitere Informationen dazu gibt es auch in jeder Apotheke.

Rubriklistenbild: © Hans R. Gelderblom/RKI

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