Sogenannter „nasser Limes“

NRW: Neues Weltkulturerbe zieht mit dem Kölner Dom und Zeche Zollverein gleich

Römerpark Xanten
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Der Römerpark in Xanten am Niederrhein ist jetzt, als Teil des „nassen Limes“ in NRW, Unesco Weltkulturerbe.

Der sogenannte „nasse Limes“ in NRW bekommt eine internationale Auszeichnung. Die römische Grenze am Rhein ist jetzt auf einer Ebene wie der Kölner Dom oder die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet.

NRW – Köln feiert. Die Stadt am Rhein hat jetzt neben dem Kölner Dom ein zweites Unesco-Weltkulturerbe - den sogenannten „nassen Limes“, die römische Grenze von Niedergermanen zum freien Germanien. Doch nicht nur die größte Stadt in NRW kann sich freuen.

OrganisationUnesco
Titel Weltkulturerbe
Neues Unesco Weltkulturerbe in NRWNiedergermanischer Limes von Remagen bis Katwijk (NL)

NRW: Neues Unesco-Weltkulturerbe – für Köln ist es nach dem Dom die zweite Auszeichnung

Unter anderem auch Bonn, Neuss, Duisburg, Xanten und andere Städte am Rhein bis in die niederländische Ortschaft Katwijk sind jetzt Teil des Weltkulturerbes „niedergermanischer Limes“.

Der historische Hintergrund des neuen NRW-Weltkulturerbes ist schnell erklärt: Am Rhein verlief die Grenze der römischen Provinz Niedergermanien zum freien Germanien. Im Gegensatz zur Provinz Obergermanien mussten die Römer keine durchgehende Grenzbefestigung bauen.

Das übernahm der Fluss Rhein für sie. Von Remagen bis an die Nordsee befanden sich am Fluss Kastelle und befestigte römische Städte wie eben Köln, aber auch Xanten, Bonn und Nimwegen in der Niederlande.

NRW: Unesco-Weltkulturerbe – der Rhein war die Grenze zwischen römischer Provinz und Germanien

Die Entscheidung über das neue Unesco-Weltkulturerbe in NRW fiel am Dienstag (27. Juli) in China. In verschiedenen Orten an der ehemaligen römischen Grenze wurde die Auszeichnung gefeiert.

„Für uns ist das großartig. Es ist auch eine Anerkennung und Wertschätzung der hier geleisteten Arbeit“, sagt Ingo Martell, Archäologe vom Archäologischen Park in Xanten gegenüber der Bild.

Der Römerpark in Xanten (NRW) profitiert von der Auszeichnung des „nassen Limes“ in NRW zum Unesco Weltkulturerbe.

Jennifer Morscheiser, Leiterin des Museums Burg Linn in Krefeld, freut sich ebenfalls, wie sie gegenüber rp-online.de erklärt: „Wir sind sehr glücklich über die Entscheidung des Welterbe-Komitees.“ Man erhoffe sich Anerkennung und natürlich größeres Publikumsinteresse für das römische Kastell in Krefeld.

NRW: Niedergermanischer Limes nicht das einzige Unesco-Weltkulturerbe

Dass NRW ein neues und in dem Fall überregionales Unesco-Weltkulturerbe hat, ist für die dazugehörigen Institutionen eine Auszeichnung. Doch welche Vorteile bringt der Status noch mit sich?

Der Status des Weltkulturerbes bedeutet für den „niedergermanischen Limes“ in jedem Fall internationale Aufmerksamkeit. Daraus erhoffen sich die am Rhein liegenden Städte mehr Touristen und dementsprechend mehr Einnahmen. Es gibt aber auch Unterstützung für die Erhaltung der historischen Stätten oder Projekte.

Zudem und das betont auch die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung Ina Scharrenbach (CDU) sei der Titel der Unesco auch eine Chance, Menschen für das historisch-kulturelle Erbe zu begeistern. In den Städten in NRW kommt es besonders bei Bauarbeiten, wie in Dortmund, immer wieder archäologischen Funden, die an die Historie erinnern.

Neben dem „niedergermanischen Limes“ und dem Kölner Dom gibt es in NRW mit der Zeche Zollverein in Essen, den Schlössern Augustusburg und Falkenlust in Brühl und dem Schloss Corvey in Höxter noch weitere von der Unesco ausgezeichnete Weltkulturerben.

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