Waschmaschinen und Mikrowellen

NRW: Was hinter dem Mega-Schrotthaufen vor dem Landtag steckt

Elektroschrott-Skulptur von HA Schult vor dem Landtag
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Der „Wertgigant“ macht Halt vor dem Landtag in Düsseldorf.

Wer dieser Tage am NRW-Landtagsgebäude in Düsseldorf vorbeiläuft, stößt dort über eine riesige Skulptur aus Elektroschrott. Was soll das?

Düsseldorf – Im Landtag von Nordrhein-Westfalen ist derzeit einiges los. Der bisherige Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist zurückgetreten, um sein Mandat als Bundestagsabgeordneter in Berlin anzutreten. Sein designierter Nachfolger, der bisherige Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), steht in den Startlöchern. Doch nicht nur im, sondern auch vor dem Landtagsgebäude wird es zurzeit nicht langweilig.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Regierende ParteienCDU und FDP

NRW: Riesige Skulptur aus Elektroschrott vor dem Landtag soll auf Wegwerfmentalität hinweisen

Am Dienstag (26. Oktober) wurde dort eine über fünf Meter große Skulptur aus Elektroschrott wie Waschmaschinen, Laptops, Staubsaugern und Mikrowellen aufgestellt. Der „Wertgigant“ ist ein Projekt des Künstlers HA Schult. Es soll auf die Wegwerfmentalität und die dadurch entstehende Umweltverschmutzung hinweisen.

Die Botschaft von HA Schult lautet: „Werft den Schrott nicht weg, sondern repariert ihn!“ Noch bis Samstag (30. Oktober) soll der „Wertgigant“ diese Botschaft vor dem Landtagsgebäude in Düsseldorf verkünden. Danach zieht der 2,8 Tonnen schwere Schrott-Riese weiter nach Berlin. Zuvor stand er bereits in Hannover und München (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Die Elektroschrott-Skulptur „Wertgigant“ ist ein Projekt des Künstlers HA Schult.

NRW: HA Schult platziert Kunstprojekt „Wertgigant“ vor dem Landtag in Düsseldorf

Landtags-Präsident André Kuper (CDU) lobte das Projekt, es setze ein Zeichen gegen die Verschwendung und Wegwerfmentalität. Umweltschutz sei die Aufgabe eines jeden einzelnen. „Kunst und Demokratie sind untrennbar miteinander verknüpft. Kunst kann Menschen anregen und aufrütteln. Sie setzt Impulse – auch hier vor dem Herzen der Demokratie von Nordrhein-Westfalen“, so Kuper.

HA Schult, der gebürtig aus Parchim in Mecklenburg-Vorpommern kommt und in Berlin aufgewachsen, ist einer der bekanntesten Objekt- und Aktionskünstler des Landes. Aufsehen erregte 1989 eine Kunstaktion in Köln, bei der Schult in Kooperation mit den Kölner Ford-Werken elf Autos der damals neuen Fiesta-Generation umgestaltete und an verschiedenen Standorten in der Stadt in Szene setzte.

Eines der elf Autos, der „Goldene Vogel“, ist bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt Köln. Er sei laut Schult bei der Kölner Bevölkerung derart beliebt gewesen, dass sie ihn auch nach dem Kunstprojekt behalten wollten. Seit dem 25. April 1991 befindet sich das „Flügelauto“ auf dem achteckigen Treppenturm des Zeughauses in Köln.