Was dahinter steckt

NRW: Mysteriöse Entdeckung an 550 Jahre alter Statue entschlüsselt

Kruzifix NRW Cappenberg
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NRW-Experten haben im knapp 550 Jahre alten Kruzifix einen Verschluss an der Schädeldecke des Korpus gefunden.

Experten haben in NRW bei einem 550 Jahre alten Kruzifix ein mysteriöses Loch entdeckt. Doch was steckt dahinter?

Selm/Telgte – Die Stiftskirche St. Johannes in Selm-Cappenberg, nördlich von Dortmund, wird in diesem Jahr 900 Jahre alt. Aus diesem Grund wollten Experten die Innenausstattung restaurieren. Dabei machten sie eine mysteriöse Entdeckung an einem Kruzifix – ein Verschluss am Kopf der Jesus-Figur.

BundeslandNRW
LandschaftsverbandLandschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
EreignisMysteriöser Fund an einem 550 Jahre alten Kruzifix

NRW: Experten finden mysteriöses Loch in Jesus-Schädel und nutzen Tierklinik für Untersuchung

Warum entscheiden sich Experten aus NRW zu einem solch ungewöhnlichen Schritt und legen ein mittelalterliches Kruzifix in einen Computertomografen (CT) für Pferde in einer Tierklinik in Telgte, Westfalen?

Die Antwort gibt Anke Dreyer von der Landschaftsverband-Westfalen-Lippe-Restauration. Den Experten sei ein Verschluss an der Schädeldecke des Jesus aufgefallen. Ein CT habe zeigen sollen, was sich darunter befindet. Zudem habe man sich Erkenntnisse über den Aufbau des gesamten Kruzifixes erhofft.

Interessant: Die Experten des LWL-Landschaftsverbandes fanden eine tiefe Öffnung unter dem Verschluss, diese war wiederum durch einen Zapfen verschlossen. Das könnte ein Hinweis auf eine Reliquie sein, so die Expertin aus NRW (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Eine Reliquie ist entweder ein Gegenstand, der mit einem Heiligen verbunden wird, oder gar ein Körperteil eines Heiligen selbst. Es ist also nicht unmöglich, dass sich in dem Loch in der Vergangenheit mal ein Finger, eine Locke, ein anderer Körperteil oder ein Gegenstand eines Heiligen befunden hat.

NRW: Mysteriöses Loch könnte sich als Ort für eine Reliquie entpuppen

Der auf den ersten Blick ungewöhnliche Schritt, einen mittelalterlichen Gegenstand einer Computertomografie zu unterziehen, half den NRW-Experten nicht nur das Geheimnis des mysteriösen Loches zu lösen.

Es habe auch, so Dreyer, Aufschluss und Erkenntnisse über die Restauration gegeben. Jetzt können die Experten mit Wissen über die Originalsubstanzen das Kruzifix besser erhalten. Im Vergleich zum gut gehorteten Kruzifix gibt es in NRW immer wieder Relikte, die einfach in der Natur die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende überdauert haben. Da ist eine Restauration häufig schwieriger.

NRW: Experten haben Erkenntnisse – Kruzifix aus Selm-Cappenberg kann besser restauriert werden

Das Kruzifix in der Stiftskirchen St. Johannes in Selm-Cappenberg ist rund um das Jahr 1470 entstanden. Es handelt sich um einen Korpus, der Jesus im sogenannten Dreinageltypus zeigt – an jeweils den Händen und den überkreuzten Füßen ans Kreuz genagelt. Das Kreuz ist angeblich zur selben Zeit entstanden.

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