Gesundheit

NRW plant Krankenhausreform: Schließungen laut Experten nicht ausgeschlossen

NRW plant eine neue Krankenhausreform. Statt einer Rundumversorgung, sollen sich Kliniken künftig auf bestimmte Leistungen spezialisieren.

NRW – Kurz vor der Landtagswahl am 15. Mai hat die Landesregierung NRW einen neuen Plan für eine tiefgreifende Umstrukturierung der Krankenhäuser veröffentlicht. Laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), sollen sich die Krankenhäuser in Zukunft auf bestimmte medizinische Leistungen spezialisieren. Somit werde es beispielsweise Krankenhäuser speziell für Herzoperationen oder Schlaganfall-Patienten geben (mehr News aus NRW bei RUHR24).

NameKarl-Josef Laumann
ParteiCDU
AmtGesundheitsminister NRW

NRW: Neuer Krankenhausplan ermöglicht Mittelweg zwischen Kosten und Leistungen

Aus Sicht der Patienten sollte ein Krankenhaus möglichst schnell zu erreichen sein und bestenfalls alle nötigen Operationen und Leistungen anbieten – eine Rundumversorgung, wie sie in NRW bis dato besteht. Doch aus wirtschaftlicher Sicht rentiere sich diese Art der Versorgung derzeit nicht. Günstiger wären daher weniger und stärker spezialisierte Krankenhäuser, wie der WDR berichtet.

Mit der neuen Krankenhausreform ermöglicht Gesundheitsminister Laumann nun einen Mittelweg zwischen diesen beiden Wunschvorstellungen. Das derzeitige Problem bestehe laut dem CDU-Mann auf der einen Seite in der Überversorgung. Dadurch würden sich die Krankenhäuser einen Konkurrenzkampf um Patienten liefern. Auf der anderen Seite gäbe es in den ländlichen Regionen auch teils eine Unterversorgung.

NRW: Neuer Krankenhausplan – Behandlungsqualität leidet unter Rundumversorgung

„Wir haben auch einzelne Bereiche, wo die Frage der Behandlungsqualität nicht immer gesichert ist“, so Laumann. Wie ein Gutachten der Landesregierung ergab, komme dieses Problem vor, wenn ein Krankenhaus beispielsweise Knieoperationen anbietet, jedoch zu wenige im Jahr durchführt. Die Ärzte seien in solchen Fällen zu wenig trainiert und die Qualität der Versorgung leide darunter.

Der neue Krankenhausplan mit spezialisierten Krankenhäusern soll diese Problematiken lösen. Erforderlich für das Erreichen des Ziels sei die notwendige Ausstattung und eine Routine der Ärzte durch eine gewisse Menge an Fallzahlen.

NRW: Neuer Krankenhausplan – Fallzahlen statt Bettenzahl

Laut dem Plan ist nicht mehr, wie bisher, die Bettenanzahl für die Berechnung des stationären Bedarfs der Krankenhäuser ausschlaggebend, sondern die Fallzahlen je medizinischer Leistung. Intensivmedizin ist jedoch flächendeckend verfügbar.

Eine Pflegekraft geht in einer Klinik über den Flur.

Der Krankenhausplan sieht zudem jedoch vor, dass ein Krankenhaus mit internistischer und chirurgischer Versorgung für 90 Prozent der Bürger von NRW innerhalb von 20 Autominuten erreichbar sein muss. Die Grundversorgung sei daher für alle Bürger gewährleistet. Wie die konkrete Umsetzung des Plans aussieht, steht noch nicht fest und müsse noch geklärt werden.

Die Krankenhausgesellschaft NRW hatte außerdem nicht ausgeschlossen, dass der neue Plan in Einzelfällen zu Schließungen einzelner Abteilungen oder ganzer Krankenhäuser führen könnte.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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