Anklage gegen Kita-Leitung

Hagen: Kinder in Kita von Leiterin eingesperrt und bedroht – „Mama siehst du nie wieder“

Bei den „Waldwichteln“ in Hagen sollen mehrere Kinder eingesperrt worden sein. Angeklagt ist die ehemalige Leiterin, die ihre Kita offenbar in einen Ort des Schreckens verwandelt hatte.

Hagen – Geschubst, geschlagen und angeschrien, und wer Mama und Papa was erzählte, würde im „Zauberspiegel“ verschwinden – die Vorwürfe gegen die ehemalige Leiterin der Hagener Kita „Waldwichtel“ wiegen schwer. Sie soll Kindern, die in ihrer Kita betreut wurden, massiv physische und psychische Gewalt angetan haben. Wie RUHR24* weiß, sitzt sie nun auf der Anklagebank.

StadtHagen
LandNRW
KitaWaldwichtel (geschlossen)

NRW: Anklage gegen Kita-Leitung – hat sie Kinder gequält?

Die ersten Ermittlungen der Polizei in Hagen (NRW*) sind nun schon einige Monate her: Im November 2020 hatten Eltern Anzeige gegen die Erzieherin (57) erstattet. Einige Eltern der zwei- bis fünfjährigen Kinder vermuteten, dass ihren Kindern in der Kita, die sie damals besuchten, Gewalt angetan worden war. Die Kita wurde noch im Dezember desselben Jahres geschlossen.

Sowohl körperliche als auch psychische Gewalt soll die Kita in Hagen (NRW) für die Kinder zu einem Ort des Grauens* gemacht haben. Laut Informationen der Bild soll die Angeklagte einem Jungen gesagt haben: „Du bist böse. Böse Kinder zaubert der Zauberspiegel weg und die kommen nie wieder nach Hause.“

Von einer wohligen und vertrauensvollen Atmosphäre, mit der die Kita seinerzeit warb, soll der Alltag für die Kleinen in der Kita jedenfalls weit entfernt gewesen sein. Sogar selbstverständliches, etwa wenn die Kinder in die Windel machten, soll von der Erzieherin bestraft worden sein. Angeklagt ist sie nun wegen des Vorwurfs der Freiheitsberaubung und Nötigung.

Kita in NRW: Anklage gegen Hagener Erzieherin enthält schwere Vorwürfe

Die Anklageschrift umfasst 19 zum Teil schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Leitung der Waldwichtel-Kita. Im Zeitraum zwischen Oktober 2019 und November 2020 soll sie ihre Schützlinge mehrfach im Kletterraum und in der Garderobe eingesperrt haben. Kinder, die zu Hause von ihren Qualen erzählten, sollen weitere Strafen angedroht bekommen haben. Dann, so die Drohung, würden die Kinder ihre Eltern nicht mehr wiedersehen, berichtet der WDR.

Weiter wird berichtet, dass im Nachgang zwei mittlerweile erwachsene Brüder gemeldet hätten, ebenfalls in ihrer Kindergartenzeit bei den „Waldwichteln“ eingesperrt und geschlagen worden zu sein. Die Fälle seien inzwischen verjährt. Bei den aktuellen Fällen können die Kinder aufgrund ihres Alters allerdings noch nicht selbst befragt werden. Bislang streitet die Angeklagte alle Vorwürfe ab. Die Hauptverhandlung soll am 10. Februar in Hagen beginnen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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