Aktion „Gemeinsam stark“

NRW: Bei Kinderpornografie werden sogar Kinder zu Tätern

Hinter jedem Bild oder Video, das kinderpornografische Inhalte zeigt, steckt der reale Missbrauch eines Kindes. Und doch werden sie unbedacht und hundertfach in vielen sozialen Medien geteilt.

Düsseldorf – Das Grauen für die Opfer nimmt kein Ende, selbst, wenn der Missbrauch bereits Jahre her ist: Immer dann, wenn Bilder oder Videos mit kinderpornografischen Inhalt geteilt werden, wiederholt sich der Missbrauch für die Opfer wieder und wieder. Dennoch werden die Bilder völlig unbedacht immer wieder geteilt, selbst von Kindern und Jugendlichen – und macht sie damit selbst zum Täter – darauf weist das LKA NRW in der Aktionswoche gegen Kinderpornografie hin.

BehördeLandeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, LKA NRW
Gründung1. Oktober 1946
HauptsitzDüsseldorf

NRW: Kinderpornografie – bei Whatsapp können selbst Kinder zum Täter werden

Denn das Teilen und Verschicken der Bilder und Videos steigert die Nachfrage. Die Nachfrage nach immer mehr Material, welches den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt. Gerade Jugendliche sind gefährdet, sich an dem unbedachten Verbreiten von Missbrauchsdarstellungen zu beteiligen – und sich damit strafbar zu machen (mehr Nachrichten zur Kriminalität in NRW auf RUHR24).

„Viele sind sich gar nicht bewusst, dass sie sich strafbar machen“, erklärt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zum Start der Aktionswoche gegen Kinderpornografie in NRW in Düsseldorf am Donnerstag (18. November) gegenüber der dpa. Rund 45 Prozent der ermittelten Täter seien demnach Kinder oder Jugendliche. Täter in zweiter Instanz, indem sie die Gräueltaten empfangen oder sogar weiterversenden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

Kinderpornografie: LKA NRW will Verbreitung bei Whatsapp unter Jugendlichen und Kindern eindämmen

Und es ist so leicht: Mit nur einem Klick sei das Video beim Kumpel, so Reul weiter. Und so müsse ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass auch Kinder zu Tätern werden können. Mit der Aktionswoche „Gemeinsam stark gegen Kinderpornografie“ will das LKA NRW genau das erreichen. Ziel sei es, die Verbreitung von Abbildungen sexueller Missbrauchshandlungen durch Kinder und Jugendliche auch in Messaging-Diensten wie Whatsapp zu verhindern, so das LKA.

Denn gerade Eltern seien zwar häufig dafür sensibilisiert, ihre Kinder davor zu schützen, selbst Opfer einer Missbrauchstat zu werden. Doch davor, wie leicht es ist selbst zu Täter zu werden, werden sie nur allzu selten gewarnt. Die vom LKA NRW geführte Kampagne soll daher sowohl Eltern, Lehrkräfte als auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Die Aktion folgt dem Leitsatz „Finger weg vom Sendeknopf. Sendest du, machst du dich zum Täter“ und läuft noch bis zum 25. November.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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