Folge des Konflikts in Europa

Ukraine-Krieg sorgt in NRW für bis zu 3000 neue Jobs – in heikler Branche

In der Ukraine tobt ein Krieg. Das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in NRW.

Düsseldorf – In der Ukraine herrscht Krieg und die Sicherheitslage in Europa ist so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Davon wird NRW wohl profitieren. Wie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mitteilte, sollen bis zu 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitgestellt werden. Das wiederum könnte für zahlreiche Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen sorgen, weiß RUHR24*.

Konzern Rheinmetall
HauptsitzDüsseldorf, NRW
Anzahl der Beschäftigten25.767

NRW: Ukraine-Krieg sorgt für tausende freie Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen

Die Bundeswehr ist laut Heeresinspekteur Alfons Mais – der oberste General des Heeres – seit vielen Jahren vernachlässigt worden. Er schreibt im Netzwerk Linkedin: „Ich hätte in meinem 41. Dienstjahr im Frieden nicht geglaubt, noch einen Krieg erleben zu müssen. Und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da.“

Ein Satz wie ein Paukenschlag. Ist die deutsche Bundeswehr überhaupt einsatzfähig? Kann die Armee im Falle eines Raketenangriffs etwas tun?* Die Bundesregierung hat prompt reagiert: In einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages hat Bundeskanzler Olaf Scholz höhere Investitionen in die Bundeswehr verkündet: „Wir müssen deutlich mehr investieren in die Sicherheit unseres Landes, um auf diese Weise unsere Freiheit und unsere Demokratie zu schützen.“

100 Milliarden Euro soll es für die Bundeswehr geben. Diese sollen angelegt werden in bessere Ausrüstung, modernes Einsatzgerät, mehr Personal. Das ruft die Rüstungsunternehmen in Deutschland auf den Plan. Darunter befindet sich auch Rheinmetall aus der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf.

NRW: Bundeswehr bekommt 100 Milliarden Euro – freie Arbeitsplätze sind die Folge

Rheinmetall rechnet damit, 1.000 bis 3.000 zusätzliche Mitarbeiter für neue Aufträge durch die Bundeswehr-Aufrüstung zu benötigen. Das sagte Vorstandschef Armin Papperger der Wirtschaftswoche. Den ersten Auftrag für mehrere tausend neue Helme habe das Düsseldorfer Unternehmen bereits in dieser Woche erhalten.

„Es kann nicht sein, dass wir uns im Falle eines Angriffs nach ein paar Tagen nicht mehr wehren können, weil der Bundeswehr die Munition ausgegangen ist“, meinte Papperger. Der Bestand an Munition könne innerhalb von sechs bis zwölf Monaten deutlich erhöht werden.

Für die Ausrüstung der Bundeswehr hat Bundeskanzler Olaf Scholz ein Sonderbudget in Höhe von 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Davon profitieren wohl auch Rüstungskonzerne wie Rheinmetall.

Ukraine-Krieg und die Auswirkungen auf NRW: Freie Arbeitsplätze bei Rheinmetall

Der Rüstungskonzern aus Düsseldorf hatte der Bundesregierung am Montag (28. Februar) eine umfassende Lieferung an Rüstungsgütern angeboten. Das Paket umfasse unter anderem Munition, Hubschrauber sowie Ketten- und Radpanzer, sagte Vorstandschef Armin Papperger dem Handelsblatt. Kosten: 42 Milliarden Euro.

Das Düsseldorfer Unternehmen fertigt unter anderem den Kampfpanzer „Leopard“, den Schützenpanzer „Puma“ und „Marder“ an. Auch das Land NRW* bezieht Panzerfahrzeuge. Darunter ist der „Survivor R“ für das SEK der Polizei*.

Die Bundeswehr will weiter wachsen.

NRW: Rüstungskonzerne wittern Geschäfte – Bundeswehrstandorte sollen wachsen

Die Rüstungskonzerne wittern Geschäfte, aus der Politik kommen mahnende Worte. So warnt der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter der Deutschen Welle zufolge vor Schnellschüssen. Die Sorge davor, dass die Bundesregierung schnell Geld verbrenne, sei groß, sind seine Worte. Er setze sich zudem für die Wiedereinführung der Wehrpflicht, die im Jahr 2011 ausgesetzt wurde.

Apropos Bundeswehr: Die Armee will wachsen. Laut der Deutschen Welle peilt die Bundeswehr eine Zielmarke von 203.000 Soldatinnen und Soldaten an, also etwa 20.000 mehr als derzeit. Im Umkehrschluss sind das auch wieder freie Arbeitsplätze in Deutschland und NRW *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa

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