Tankstellen und Autotanks im Visier

NRW: Sprit-Preise explodieren - Kraftstoff-Diebe mit dreister Masche auf Beutezug

Tanken wird immer teurer, Diesel ist bereits so teuer wie Benzin. Die hohen Preise rufen Sprit-Diebe auf den Plan. Sich vor ihnen schützen? Schwierig.

NRW – 300 Liter Diesel: So viel klaute ein unbekannter Sprit-Dieb vor wenigen Tagen (14. März) aus dem Tank eines geparkten Lkw auf einem Firmengelände in NRW. Mit dem dreisten Diebstahl begibt sich der Täter aktuell in „gute“ Gesellschaft: Denn Tanken ist teuer und die steigenden Preise für Diesel und Benzin rufen immer mehr Sprit-Diebe auf den Plan.

KraftstoffeBenzin, Diesel
Preise> 2 Euro/Liter (Stand 18. März)
Preiszusammensetzungzu jeweils 47 Prozent: Steuern und Abgaben (MWSt, Ökosteuer, Energiesteuer, EBV)/Produktpreis

Tanken in NRW: Hohe Preise für Diesel und Benzin rufen Sprit-Diebe auf den Plan

Die Rohöl-Preise sinken zwar wieder, doch Benzin und Diesel werden nicht billiger: Mitte März 2022 (18. März) kostet ein Liter Diesel laut tankstellenpreise.de in Dortmund ganze 2,11 Euro. Mit den 300 Litern, die der Tank-Dieb laut der Polizei Paderborn aus dem Lkw in NRW zapfte, ergaunerte er eine Tankfüllung im Wert von mehr als 635 Euro. Kein Kavaliersdelikt. Und die Tricks, mit denen die Diebe an den Kraftstoff kommen, werden immer dreister.

Wie der WDR berichtet, haben es die Diebe zwar vor allem auf Dieselfahrzeuge abgesehen, doch auch Autofahrer von Benzinern sind nicht davor gefeit, plötzlich in einem Auto mit leerem Tank zu sitzen. So wie Student Ali Khanafer aus Dortmund, dessen Auto plötzlich keinen Sprit mehr hatte – obwohl der Tank des VW Polo noch halb voll hätte sein müssen.

Was war passiert? Wie der WDR weiter berichtet, hatten Sprit-Diebe den Tank des Kleinwagens in der Nacht angebohrt und den Kraftstoff abgezapft. Dass Diebe einen Bohrer ansetzen, um dann den Tank leer zu pumpen: davon berichten aktuell immer häufiger Opfer der dreisten Sprit-Räuber in NRW.

NRW: Tanken ist teuer – Benzin- und Diesel-Diebe wittern gutes Geschäft

Oft werden dabei gleich große Mengen Diesel aus Lkw oder auch Baggern, wie es in Wetter in der Nacht zu Mittwoch (16. März) passierte sein soll, abgezapft. Doch auch kleinere Mengen Benzin oder Diesel aus geparkten Pkw zu klauen, lohnt sich aufgrund der hohen Sprit-Preise für die Diebe aktuell schon.

Wie die Polizei Unna dem WDR erklärte, wurden demnach in der ersten Märzhälfte bereits fast so viele Sprit-Diebstähle angezeigt, wie im ganzen Januar oder Februar (mehr News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24).

Doch nicht nur angebohrte Tanks von Autos oder Lkws sind ein Problem. Auch direkt an Tankstellen wird derzeit immer wieder beobachtet, wie Diebe mit gefälschten Kennzeichen vorfahren, volltanken und ohne zu bezahlen, wieder abfahren. Dass der Diebstahl von Kraftstoff allerdings keine Bagatelle ist, zeigt ein Blick in das Strafregister.

Sprit-Diebe in NRW: Hohe Benzin- und Diesel-Preise feuern Kraftstoff-Klau an

Wie Autobild erklärt, drohen Ersttätern Geldstrafen in Höhe eines vollen Monatsnettoeinkommens. Wer gewerbsmäßig Kraftstoff klaut, muss im Extremfall sogar mit fünf Jahren Haft rechnen. Doch es gib ein Problem: Denn nur die wenigsten Sprit-Diebe werden laut Autobild auch erwischt. Die Aufklärungsquote des LKA liege bei rund zehn Prozent.

Sich vor dem Sprit-Klau zu schützen, sei auch schwierig. Besonders, wenn die Diebe den Tank der Fahrzeuge anbohren. Die wenigen Möglichkeiten, die Fahrzeugbesitzer haben: In der Garage parken, gut beleuchtete Stellplätze wählen, oder – für Bauunternehmer etwa – eine Videoüberwachung zu installieren.

Doch selbst die hält viele Diebe, das zeigen die Diebstähle an den meist videoüberwachten Tankstellen, nicht davon ab, tätig zu werden. Zu wertvoll ist derzeit offenbar das Diebesgut – der Sprit.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago Images

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