Strömung noch sehr stark

Bis zum 12. August: Fünf beliebte Seen im Ruhrgebiet gesperrt

Nach dem verheerenden Hochwasser in NRW entspannt sich die Lage an Land und im Wasser nur langsam. Einige beliebte Seen im Ruhrgebiet wurden deshalb gesperrt.

NRW – Die Verwüstung durch die Hochwasser-Katastrophe in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen ist groß. Auch eine Woche nach den massiven Überflutungen gibt es Vermisste, Helfer vermuten in den Hochwasser-Trümmern sogar weitere Tote. Immerhin: Während die Aufräumarbeiten langsam vorangehen, sinken die Pegelstände in den Flüssen und Seen wieder auf Normalhöhe.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Nach Hochwasser in NRW: Pegelstände erreichen wieder Normalhöhe, Strömung weiter stark

Noch vor ein paar Tagen hat ein Video die Runde gemacht, das zeigt, wie in Mülheim an der Ruhr ein Schiff von den Wassermassen des Flusses in die Tiefe gerissen wurde. Die Feuerwehr Mülheim hat das auf Grund gelaufene Wrack nun gefunden. Es soll bis etwa 150 Meter unterhalb des Kahlenbergwehrs gesunken sein.

Die Situation an der Ruhr hat sich mittlerweile deutlich beruhigt. Trotzdem sind die Strömungen immer noch weitaus stärker und gefährlicher als zu dieser Jahreszeit üblich, wie die Bezirksregierung Arnsberg nun mitgeteilt hat.

Fünf beliebte Seen in NRW werden wegen Hochwasser vorerst gesperrt

In Absprache mit dem Ruhrverband hat die Bezirksregierung deshalb Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Sie haben die Sperrung mehrerer beliebter Seen in NRW und dem Ruhrgebiet zur Folge. In einer Mitteilung des Ruhrverbands heißt es, dass die Stauseen an der untereren Ruhr „für alle privaten und gewerblichen Freizeitaktivitäten im und auf dem Wasser gesperrt“ sind.

Von der Sperrung sind folgende fünf Seen betroffen:

  • Hengsteysee (zwischen Hagen, Dortmund und Herdecke),
  • Harkortsee (zwischen Hagen, Herdecke und Wetter),
  • Kemnader See (zwischen Bochum, Hattingen und Witten),
  • Baldeneysee (Essen),
  • Kettwiger See (Essen-Kettwig).

Der Grund für die Sperrungen seien „nicht abschätzbare Gefahren“, da durch das Hochwasser noch sehr viel Treibgut in der Ruhr sei. „Zerstörte Wohnwagen und Boote weisen teilweise spitze Teile auf, die sich im Untergrund verhaken können“, schreibt der Ruhrverband in seiner Mitteilung. Die Sicht sei derzeit einfach zu eingeschränkt, um womöglich schnell genug auf Hindernisse im Wasser reagieren zu können.

Der Baldeneysee in Essen ist ab sofort auch von der Sperrung wegen des Hochwassers betroffen.

Auch jegliche Wassersportaktivitäten auf den fünf Seen sind bis auf Weiteres verboten. Der Grund: Die Bojenketten zur Markierung von gesperrten Bereichen, etwa vor Kraftwerken und Stauwehren, sind zum Teil nicht mehr an den vorgesehenen Orten. Es könne an diesen Stellen ebenfalls zu unvorhergesehenen Gefahren kommen.

See-Sperrung in NRW: Verbot gilt bis zum 12. August

Die Sperrung des Kemnader Sees sowie der anderen vier Seen soll vorerst bis zum 12. August gelten. Bis dahin will der Ruhrverband die Lage in den Stauseen weiter erkunden und „Gefahrenstellen beheben oder markieren, damit die Einschränkungen so bald wie möglich wieder aufgehoben werden können.“

Die Sperrung gilt derweil nicht für Wasserfahrzeuge der Ordnungsbehörden, des Ruhrverbands, des Freizeit Zentrums Kemnade (FZK) und der Katastrophenschutzorganisationen.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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