Folgen des Hochwassers

Ruhr-Zufluss mit Öl verschmutzt – warum die Feuerwehr jetzt kapituliert

Ölsperre auf dem Herdecker Bach
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Die Ölsperren auf dem Herdecker Bach sind nicht komplett dicht.

Große Teile des Ruhrgebiets wurden vom Hochwasser nicht so stark erwischt, wie andere Regionen Nordrhein-Westfalens. Trotzdem hat die Katastrophe Folgen für die Umwelt im Revier.

Herdecke – Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat nicht nur Autos und Häuser, sondern auch Gefahrstoffe in die Gewässer gespült. In vielen Flut-Hotspots berichteten Augenzeugen, dass ein deutlicher Geruch von Heizöl in der Luft lag. In Herdecke im Ruhrgebiet musste die Feuerwehr den Kampf gegen eine Öl-Verunreinigung notgedrungen aufgeben.

Ruhrgebiet: Öl verunreinigt Bach in Herdecke – doch der Feuerwehr sind die Hände gebunden

Dort wurde der Feuerwehr am Mittwochmittag (21. Juli) gleich zweimal eine Öl-Verunreinigung auf dem Herdecker Bach gemeldet. „Die Verunreinigungen waren auf die Beschädigung von Heizöltanks durch die Sturzflut nach dem Starkregen zurückzuführen“, heißt es von der Feuerwehr. Eine Gefahrensituation habe nicht vorgelegen.

Die Einsatzkräfte hatten zur Eindämmung bereits Tage zuvor eine Ölsperre im Bereich der Walkmühle sowie eine weitere am Ruhreinlauf des Herdecker Bachs eingesetzt. Das Problem: Die Ölsperren könnten auf dem Fließgewässer nie die komplette Ausbreitung vermeiden, so die Feuerwehr. Es gäbe immer undichte Stellen.

Herdecke: Öl-Austritt nach Sturzflut wohl noch wochenlang ein Problem

Nach Rücksprache mit der unteren Wasserbehörde habe man schließlich hinnehmen müssen, dass bei dem Öl-Austritt keine weiteren Maßnahmen „möglich und nötig“ sind. Die Einsätze wurden daraufhin abgebrochen.

Zudem habe die untere Wasserbehörde erklärt, dass durch das Ausschwemmen von Ölablagerungen in den nächsten Wochen immer wieder mit dem Auftreten von Öl auf dem Bach zu rechnen ist. Die Ölsperren bleiben deshalb weiter im Einsatz und werden regelmäßig überprüft.