Appell an Bevölkerung

NRW-Ministerin mit kurioser Bitte: „Jetzt bitte nicht den Keller aufräumen“

Die Menschen in NRW sollen jetzt nicht unnötigen Müll produzieren. Der dringende Appell aus dem Umweltministerium hat mit dem Hochwasser zu tun.

Düsseldorf – „Bitte jetzt keine Keller aufräumen“ – was für viele Menschen in NRW klingt, wie eine traumhafte Aufforderung zum Nichtstun, hat einen ernsten Hintergrund. Es geht um das Hochwasser in einigen Landesteilen von Nordrhein-Westfalen und die Beseitigung der Schäden.

AnlassHochwasser in NRW
MonatJuli 2021
Betroffene Regionen (u.a.)Städteregion Aachen, Oberbergischer Kreis, Rhein-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, u.a.

NRW-Hochwasser: Bevölkerung soll möglichst auf Sperrmüll-Produktion verzichten

Daher hat NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) jetzt alle Bürger in NRW dazu aufgerufen, aktuell keinen unnötigen Müll zu produzieren – etwa durch Entrümpel-Aktionen in Kellern. Dadurch solle die Abfallentsorgung durch die aktuelle Hochwasser-Katastrophe entlastet werden.

Heinen-Esser mahnte, dieses Verhalten gehöre jetzt auch zur Solidarität mit den betroffenen des Hochwassers. Nun müsse der Abfall aus den Hochwasser-Regionen „Vorfahrt haben“, so die Umweltministerin. Dies sei von zentraler Bedeutung für einen Erfolg der Aufräumarbeiten in den vom Hochwasser betroffenen Regionen.

Hochwasser-Gebiete in NRW kämpfen gegen die Müllmassen

Derzeit kämpfen die Hochwasser-Gebiete in NRW mit wahren Müllmassen. Die Städte bekommen dabei Hilfe vom Land, um alles besser zu abzuwickeln. So können zusätzliche Fahrzeuge, Geräte oder auch Personal angefordert werden.

Ebenfalls koordiniert das Land mittels seiner Bezirksregierungen den Transport des Sperrmülls in die Müllverbrennungsanlagen des Landes. Dafür wurde eine sogenannte Koordinierungsstelle „Abfallentsorgung“ eingerichtet.

Dort sind die Kapazitäten ohnehin schon knapp, wie die Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) angibt – daher der Appell der Ministerin an nicht vom Hochwasser betroffene Menschen, aktuell auf das Entrümpeln möglichst zu verzichten.

NRW-Hochwasser: So viel Sperrmüll, wie sonst in einem Jahr

In den NRW-Hochwassergebieten – etwa in Erfstadt und der Eifel – war zuletzt auf einen Schlag mehr Sperrmüll entstanden als sonst insgesamt an Abfall in einem gesamten Jahr anfällt. Damit es nicht zu Hygieneproblemen kommt und die Straßen wieder schnell frei sind, müssen die Hinterlassenschaften der Flut-Opfer schnell weg, sagte der Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp jüngst.

Rubriklistenbild: © David Young, Marius Becker/dpa; Collage: RUHR24