Bei Aufräumarbeiten

Hochwasser offenbart in NRW einen spektakulären Nazi-Schatz

Gasmasken für Frauen, Männer und Kinder aus der Nazi-Zeit wurden in Hagen durch das Hochwasser freigespült.
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Gasmasken für Frauen, Männer und Kinder aus der Nazi-Zeit wurden in Hagen durch das Hochwasser freigespült.

Mitten im Ruhrgebiet sind durch das Hochwasser Nazi-Utensilien und Unterlagen zutage gefördert worden. Die Rede ist von „Unmengen an Material“.

Hagen – Das Hochwasser in NRW hat in einem Wohnhaus in Hagen-Eckesey, dem Norden der Stadt, Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland ans Tageslicht gebracht. Das älteste Fundstück stammt aus dem Jahr 1928. Die Behörden sprechen von „Unmengen an Material“.

StadtHagen
OrtsteilEckesey
BundeslandNRW

Hagen (NRW): Nazi-Gegenstände nach Hochwasser freigespült

Bei Aufräumarbeiten im Haus seiner Tante hatte der Gymnasiallehrer für Geschichte, Sebastian Yurtseven, an einer Wand im Erdgeschoss die Entdeckung gemacht. Dort war eine Rigipsplatte herausgebrochen. Dahinter lagerten Dokumente in einer Art Schacht.

Das Haus, in dem der Fund gemacht wurde, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Dokumente sollen von einer örtlichen Dienststelle der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) stammen, sagte Ralf Blank, Leiter des Hagener Stadtarchivs am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Nazi-Fund nach Hochwasser in Hagen: Utensilien aus Zweitem Weltkrieg entdeckt

Die NSV habe im Zweiten Weltkrieg etwa die Kinderlandverschickung und die Bevölkerung nach Luftangriffen betreut oder auch Schwangerschaften dokumentiert.

Zunächst war Entdecker Sebastian Yurtseven eine Zeitung aus dem Jahr 1945 in die Hand gefallen. Dass es dann „so ein Riesenfund“ werden würde, hätte Yurtseven selbst nicht gedacht. „Das war tatsächlich erst mal Gänsehaut.“

Hagen: Chef des Archivs vermutet hektische Nazi-Aktion vor Einmarsch der US-Truppen

Hagens Stadtarchiv-Chef vermutet, die Unterlagen der NSV seien kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen im Jahr 1945 hektisch in den rund 30 Zentimeter breiten Zwischenraum von zwei Häusern geworfen worden.

Gasmasken für Frauen, Männer und Kinder aus der Nazi-Zeit wurden in Hagen durch das Hochwasser freigespült.

Das kistenweise geborgene Schriftgut und die zahlreichen, teilweise sehr seltenen Objekte würden nun sorgfältig gereinigt, konserviert und wissenschaftlich ausgewertet, so das Hagener Stadtarchiv.

Ein Schlagring, wie er etwa von der SA (Sturmabteilung) benutzt wurde oder sogenannte „Volksgasmasken“ für Erwachsene und Kinder sind ebenfalls Teil des Fundes.

Einige Objekte und Dokumente sollen künftig auch Eingang in die Dauerausstellung des neuen Stadtmuseums finden.

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