Nach Unwettern

NRW: Wie Vodafone jetzt nach dem Hochwasser Funklöcher schließen will

Nach dem Hochwasser in Hagen helfen Soldaten der Bundeswehr beim Aufräumen.
+
Nach dem Hochwasser in Hagen helfen Soldaten der Bundeswehr beim Aufräumen.

Vodafone reagiert auf die Hochwasser-Katastrophe in NRW und macht ein überraschendes Angebot. Unter einer Bedingung.

Düsseldorf – Funklöcher in abgelegenen Orten in NRW wurden bislang unter die Kategorie „ärgerlich“ abgestempelt. Doch spätestens nach der Hochwasser-Katastrophe hat sich herausgestellt, dass sie mitunter für Lebensgefahr sorgen können – etwa wenn Menschen keine Hilfe rufen können oder kein Internet haben, um Informationen einzuholen.

Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter Vodafone hat sich nun dafür ausgesprochen, dass die Branche ihre Netze öffnet. Damit bietet das Unternehmen an, sein Netz auch für Kunden der Konkurrenz freizugeben, sollte es in entlegenen Gebieten kein Netz anderer Anbieter geben.

Nach Hochwasser in NRW: Vodafone will Funklöcher „stopfen“

Für diese Netzöffnung stellt Vodafone aber eine Bedingung: „Es braucht die Zusammenarbeit aller drei Netzbetreiber, um wirksames regionales Roaming für die Menschen im Krisengebiet zu ermöglichen“, so ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

In Deutschland verteilen sich die Anschlüsse im Mobilfunk relativ gleichmäßig auf drei große Netzbetreiber. Das Netz mit den meisten Anschlüssen ist aktuell das Mobilfunknetz von Vodafone. Ende des Jahres 2020 kommt Vodafone laut Schätzung auf einen Marktanteil von rund 36 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die Deutsche Telekom und Telefonica (O2), wie Statista berichtet.

Hochwasser in NRW: Funklöcher sollen jetzt beseitigt werden

Sprecher der anderen beiden Netzbetreiber äußerten sich gegenüber der dpa zurückhaltend, schlossen die Öffnung aber nicht aus.

Man stehe im Austausch mit den anderen Netzbetreibern und erörtere, „was technisch möglich und sinnvoll ist, um den Menschen vor Ort möglichst schnell zu helfen“, sagte ein Telekom-Sprecher.

NRW-Hochwasser: Lebensbedrohliche Funklöcher sollen verschwinden

Telefónica wies auf die „sehr komplexe und zeitlich aufwendige Implementierung“ von so einem Roaming hin. In den Gesprächen zwischen den Firmen ist es Teilnehmerkreisen zufolge völlig offen, ob sie zum Erfolg führen.

Klar ist: Wenn einer der drei Netzbetreiber sein Netz öffnet, müssten die beiden anderen das auch tun - andernfalls droht dem Anbieter, der den ersten Schritt geht, die Überlastung des eigenen Netzes.

Nach Unwetter und Hochwasser: Telefonnetz wird nach und nach wiederhergestellt

Unterdessen geht der Wiederaufbau der Stationen weiter. Insgesamt waren Hunderte Stationen in der Unwetterkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz ausgefallen, die meisten sind wieder am Netz. mit dpa-Material