Live im TV bei Markus Lanz

Mai Thi Nguyen-Kim verliert wegen Virologen Streeck die Fassung: „Schrecklich naiv“

In der TV-Show Markus Lanz ging es beim Thema Corona richtig heiß her. Die Protagonisten: Mai Thi Nguyen-Kim und Virologe Hendrik Streeck.

Hamburg – Am Dienstagabend (23. März) war das Thema bei der Talkshow von Markus Lanz (52) im ZDF mal wieder das Coronavirus. Zwei Streithähne hatten sich besonders in den Haaren: Wissenschaftsjournalistin und MaiLab-Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim und der Virologe der Heinsberg-Studie Hendrik Streeck (43). Gegen Ende fuhr die 33-Jährige so richtig aus ihrer Haut.

PersonMai Thi Nguyen-Kim
Geboren7. August 1987 (Alter 33 Jahre), Heppenheim
EhepartnerEhepartner: Matthias Leiendecker

NRW-Virologe Hendrik Streeck in der Kritik: MaiLab-Moderatorin teilt heftig aus

Thema des Talks waren – wie sollte es anders sein – die Beschlüsse der Ministerkonferenz zur Bekämpfung des Coronavirus. Einige wurden inzwischen sogar wieder verworfen, wie etwa die Osterruhe. Die Kritik an dieser Entscheidung war groß in Deutschland.

Auch Mai Thi Nguyen-Kim sagte klar: „Ich bin mir nicht sicher, ob es momentan irgendeine Person in diesem Land gibt, die sich gedacht hat: ‚Das sind jetzt tolle Beschlüsse‘.“ Jedoch seien sie nicht überraschend, so die Journalistin. Doch nicht nur die Politik nimmt die Begründerin des Youtube-Kanals „MaiLab“ unter Beschuss. Auch NRW-Virologe Hendrik Streeck, der ebenfalls Gast bei Markus Lanz war, musste sich ihrer Schlagfertigkeit stellen.

Mai Thi Ngyuen-Kim nimmt Virologe Hendrik Streeck unter Beschuss: Talk bei Markus Lanz

Denn angesichts der Corona-Maßnahmen ist Mai Thi Nguyen-Kim „mütend“ – eine Kombination der Wörter „müde“ und „wütend“ – wie sie bei Markus Lanz sagte. Und so rückt, als am Ende der Sendung das Gespräch auf die Heinsberg-Studie fällt, auch Hendrik Streeck, der zuletzt von dem Journalisten Jan Böhmermann heftig kritisiert wurde, in ihren Fokus.

Ihre Kritik wiegt schwer: „Entweder sind sie, mit Verlaub, schrecklich naiv und haben sich instrumentalisieren lassen. Oder sie haben sich auch bewusst politisch eher auf die Seite derer gestellt, die sagen wir sollen mehr öffnen“, sagte sie zu dem NRW-Virologen.

NRW-Virologe Hendrik Streeck gilt als Befürworter der Corona-Lockerungen.

NRW-Virologe Hendrik Streeck und Mai Thi Nguyen-Kim führen hitzige Diskussion bei Markus Lanz

Hendrik Streeck, der als Befürworter der Corona-Lockerungen gilt, ließ zuvor durchklingen, seine Beiträge seien öfter falsch dargestellt worden. „Und wenn sie so sehr missverstanden werden, dann müssen Sie sich vielleicht besser in ihrer Kommunikation beraten lassen“, legte Mai Thi Nguyen-drauf.

Denn was die Journalistin von „MaiLab“ auch aufregt, sind die zu frühen Lockerungen: „Es ist keine Langzeitstrategie, zu früh zu lockern“, sagte sie. Hendrik Streeck gilt als Befürworter von Lockerungen. Erst im Februar forderte er in einem ntv-Interview, Deutschland müsse jetzt „ein wenig lockern“.

NRW-Virologe Hendrik Streeck und Mai Thi Nguyen-Kim im Corona-Talk bei Lanz

Nach der ersten Attacke erklärte Hendrik Streeck, dass er nach der Veröffentlichung der Heinsberg-Studie, die erste Studie über Ausbreitung und Verlauf des Coronavirus, über 100 Medien-Anfragen erhalten habe und gab zu: „Da war ich naiv. Da hatte ich keine Ahnung, wie ich damit umgehen sollte. Ich war überfordert, wie man mit den Medien umgeht.“

Aber MaiLab-Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim teilte bei der Talkshow von Markus Lanz noch weiter gegen den Virologen aus NRW aus: „Was mich wirklich wurmt ist, dass sie damals im Kreis Heinsberg mit diesen sieben Toten eine Sterblichkeit berechnet haben, mit der sie im unteren Bereich der Sterblichkeit waren. Und das wurde politisch benutzt, um für Öffnungen zu plädieren“, so die Journalistin.

MaiLab-Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim führt Virologe Hendrik Streeck vor

„Jetzt ist im Nachhinein herausgekommen, dass es 13 Tote waren. Das sind fast doppelt so viele.“ Doch das ließ Hendrik Streeck nicht auf sich sitzen und konterte: „Sie stellen gerade einiges falsch dar.“ Es wurde demnach nicht die Sterblichkeit für den Kreis Heinsberg bestimmt, sondern die für die Gemeinde Gangelt.

Das habe die Öffentlichkeit so aber nicht mitbekommen, kritisierte die Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim. Und schloss ihre Brandrede gegenüber NRW-Virologen Hendrik Streeck: „Gangelt, Heinsberg da reden Sie sich doch jetzt raus.“ Betonte aber nochmal, dass sie nicht die Forschung der Heinsberg-Studie kritisiere, sondern die Kommunikation. Nicht nur Mai Thi Nguyen-Kim verlor jetzt im TV die Fassung, auch Journalistin Sandra Maischberger verlor zuletzt wegenNRW-Ministerpräsident Armin Laschet ihre Geduld.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/Henning Kaiser/dpa; Collage:RUHR24