Viele Neuinfektionen im Schlachthof

Corona-Ausbruch in NRW: Hunderte Mitarbeiter bei Westfleisch in Quarantäne

In NRW hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Erneut ist es ein Schlachthof, der betroffen ist: Bei Westfleisch macht sich die britische Virus-Mutation breit.

Hamm – Nach Bekanntwerden eines Corona-Ausbruchs am Mittwoch (3. März) sind hunderte Westfleisch-Mitarbeiter und mehrere Wohnhäuser in Hamm unter Quarantäne gestellt worden. 360 Personen sollen betroffen sein. Zuvor hatten sich bei Westfleisch in Hamm mindestens 36 Beschäftigte des Schlachthofs mit dem Coronavirus infiziert, einige von ihnen nachweislich mit der britischen Virusvariante.

UnternehmenWestfleisch
SitzMünster
Größedrittgrößtes Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie in Deutschland

NRW: Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Hamm bei Mitarbeitern aus Osteuropa

Im Frühjahr 2020, mitten im erste Pandemiejahr, machten mehrere große Corona-Ausbrüche in Schlachtereien auf heftige Missstände in der fleischverarbeitenden Industrie aufmerksam. Damals hatten sich zunächst bei Westfleisch in Coesfeld hunderte Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, wenig später folgte ein weiterer, deutlich größerer Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies.

Nach den ersten Corona-Ausbrüchen stand die gesamte Fleischindustrie auf dem Prüfstand – und gelobte Besserung. Wie wa.de* zuerst berichtete, wurde nun jedoch erneut ein größerer Ausbruch in der Branche bekannt, wieder bei Westfleisch. Und wieder ist der Ausbruch offenbar auf in engen Gemeinschaftsunterkünften lebende Arbeiter zurückzuführen.

Bei den Infizierten soll es sich laut WDR vorwiegend um rumänische Mitarbeiter des Westfleisch-Schlachthofs in Hamm handeln. Die betroffenen Mitarbeiter wohnen nach Aussage des Oberbürgermeisters von Hamm, Marc Herter (SPD) in „nicht überschaubaren Wohnverhältnissen“, berichtet wa.de. Der Vielzahl möglicher Kontakte entsprechend, mussten in Hamm nun hunderte Menschen unter Quarantäne gestellt werden (mehr News zum Coronvirus in NRW auf RUHR24.de).

NRW/Hamm: Corona-Ausbruch bei Westfleisch - Unterkünfte werden überwacht

In einigen der Unterkünfte, in denen die Westfleisch-Mitarbeiter zum Teil mit ihren Familien leben, bilden offenbar Gemeinschaftsräume und von allen gemeinsam genutzte Küchen den Lebensmittelpunkt der Wohneinheiten. Die Unterkünfte werden nun von einem Sicherheitsdienst überwacht, es sollen täglich Schnelltests durchgeführt werden, um weitere Infektionsfälle zügig identifizieren zu können.

Seit dem Massenausbruch bei Tönnies im vergangenen Jahr gibt Westfleisch an, täglich PCR-Tests bei allen Beschäftigten durchzuführen. Schon in den zurückliegenden Wochen wurden so Einzelfälle entdeckt und ein größerer Ausbruch bislang verhindert (mehr News zur Corona-Pandemie im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Inzwischen seien nach einem Bericht des WDR nahezu alle Mitarbeiter einem Corona-Test unterzogen worden. Alle negativ getesteten Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Betriebs in Hamm wurden unter Arbeitsquarantäne gestellt. Sie dürfen ihre Wohnung nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen. *wa.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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