Freispruch vom Landgericht

NRW: Vorwurf der Vergewaltigung abgeschmettert – Richter sieht klaren Beweis

Landgericht Karlsruhe
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Landgericht Köln fällt Urteil zu Vergewaltigungsvorwurf im Karneval 2020.

Der Vorwurf der Vergewaltigung einer Frau im Karneval 2020 in NRW wurde nun fallengelassen.

Köln - Der 35-jährige Angeklagte wurde beschuldigt, eine Frau im Karneval 2020 vergewaltigt zu haben. Jetzt hat das Kölner Landgericht (NRW) den Fall entschieden. Der Mann ist vom Vorwurf freigesprochen. Eine Geldstrafe in Höhe von 1600 Euro erhält er allerdings trotzdem. Er habe zwei Handyvideos von der damals 21-jährigen Frau gemacht. Sie trat im Prozess als Nebenklägerin auf (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Zwei ursprünglich Mitangeklagte waren wegen Anstiftung zur Vergewaltigung und unterlassener Hilfeleistung angeklagt worden. Die Verfahren wurden im Dezember 2021 eingestellt.

Köln: Videoaufnahmen zeigen Hinweise auf einvernehmlichen Geschlechtsverkehr

Ein Video einer ursprünglichen Mitangeklagten sorgte beim Gericht für Zweifel am Vergewaltigungsvorwurf. In dem Video sei nicht deutlich zu erkennen, dass der Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Frau stattgefunden hat. Die Frau habe während des Liebesakts ihr linkes Bein um den Angeklagten gelegt. „Klarer kann man Zustimmung eigentlich nicht signalisieren, als wenn man selbstständig ein Bein bewegt und den Partner damit umschlingt“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Köln: Angeklagter aktiv in Whatsapp-Gruppe zum Austausch sexueller Eroberungen

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft habe zunächst ein Zimmergenosse des Angeklagten die Frau beim Feiern kennengelernt. Daraufhin sollen sie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben. Die Frau sei zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert gewesen.

Der 32-jährige habe Fotos von der nackten Frau beim Schlafen gemacht und sie in eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Stich-Gruppe“ gestellt. In der Gruppe sollen sich die Mitglieder über sexuelle Eroberungen ausgetauscht haben. Der Angeklagte sei auch in der Gruppe aktiv gewesen. Anschließend habe der Zimmergenosse den Angeklagten aufgefordert, ebenfalls mit der Frau zu schlafen.