Besitzerin tobt

NRW: Hund in Gelsenkirchen erschossen – Besitzerin trauert und tobt

Im Ruhrgebiet ist es offenbar zu einem tragischen Unfall gekommen. Dabei ist ein Hund gestorben. Seine Besitzerin schildert das Drama.

Gelsenkirchen – „Ich kann einfach nicht aufhören zu weinen. Ich kann es nicht begreifen. Ich bin völlig verzweifelt.“ Diese dramatischen Worte hat eine Hundehalterin aus Gelsenkirchen (NRW) auf ihrem Facebook-Account veröffentlicht. Der Grund für ihre Trauer: Am Freitagabend (3. Dezember) ist einer ihrer Hunde gestorben. Das Tier wurde erschossen.

StadtGelsenkirchen
Einwohner259.105 (2020)
Fläche104,8 km²

Hund in Gelsenkirchen (NRW) erschossen – Halterin schildert dramatischen Vorfall

Was tragisch klingt, muss für die Besitzerin der Hündin Frida ein Albtraum gewesen sein. Wie sie bei Facebook schreibt, seien sie und ihr Mann am Freitagsabend an der Emscher in Gelsenkirchen mit ihren zwei Hunden spazieren gewesen. Sie hätten die beiden Tiere auf einer Wiese frei laufen lassen, als das Paar plötzlich einen Knall hörte.

„Ich hatte sofort ein ekelhaftes Gefühl und hab die Hunde gerufen. Aber Sukie kam alleine und Frida kam und kam nicht...“, heißt es in dem Post. Das Paar habe seinen Hund schließlich „blutüberströmt“ an einem Weg gefunden. „Sie wurde erschossen. Irgendjemand hat sie einfach erschossen!“, lässt die Gelsenkirchenerin in den sozialen Medien ihre Wut über den Vorfall raus (weitere Nachrichten aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24 lesen).

Erschossener Hund in Gelsenkirchen: Jäger aus Oberhausen stellt sich der Polizei

Schnell war jedoch klar, dass nicht irgendjemand den Schäferhund-Husky-Mischling erschossen hat. Wie die Polizei in Gelsenkirchen gegenüber RUHR24 bestätigte, hat sich bereits am Freitagabend ein Mann auf der Wache gemeldet und sich selbst angezeigt. Wie die WAZ zuerst berichtete, soll es sich bei dem Mann um einen 49-jährigen Jäger aus Oberhausen handeln.

„Es war ein perfekt gezielter Herz-Lungen-Schuss“, erklärt die Hundehalterin Marcha Matthiesen (bei Facebook „Emalie Strange“) gegenüber der Zeitung. Weiter beklagt die Frau, „dass dort auf keinen Fall irgendwer hätte schießen dürfen, auch kein Jäger!“. Die Polizei stuft den Vorfall aktuell jedoch als Jagd-Unfall ein, die Kriminalpolizei ermittelt.

Tragischer Tod eines Hundes in Gelsenkirchen: „Verkettung ungünstiger Umstände“

Auch die Kreisjägerschaft hat sich bereits zu dem tragischen Tod des Hundes gemeldet. „Am Freitagabend gab ein Gastjäger einen Schuss in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk bei der befugten Jagdausübung an der Emscher ab, bei dem versehentlich ein Hund eines Spaziergängers tödlich getroffen worden ist.“, heißt es in einer Mitteilung. Der Unfall sei womöglich durch eine „Verkettung ungünstiger Umstände“ ausgelöst worden.

Gegenüber der WAZ erklärte ein Sprecher der örtlichen Jägerschaft, dass es sich bei dem Jäger eigentlich um einen Kollegen mit „einem gewissen Wissens- und Erfahrungsschatz“ handele. Mit dem Schuss habe er jedoch einen schweren Fehler begangen. Zwar dürfe in dem Gebiet auch abends gejagt werden – dann könne man unter anderem Hasen, Gänse oder Nutrias antreffen – aber eine sichere Schussabgabe sei das obere Gebot.

„Ich bin völlig verzweifelt“ – Halterin aus Gelsenkirchen warnt vor Gefahr

Man bedauere den Vorfall zutiefst, der Familie des Hundes drücke man ausdrücklich sein Mitgefühl aus, heißt es von der Kreisjägerschaft weiter. Matthiesen versucht derweil über den Verlust ihres Haustieres hinwegzukommen. „Wie kommt man über sowas weg?“, schreibt die Hundebesitzerin bei Facebook.

Ihr Post hat eine riesige Anteilnahme ausgelöst. Vielen Nutzern fehlen die Worte, andere sprechen ihr Beileid aus. Auch Unverständnis macht sich in den Kommentaren breit. „Egal ob Leinenzwang oder Freilaufgebiet, ob Brut- und Setzzeit oder sonst was... man schießt nicht auf ein Haustier, völlig egal, ob es erlaubt ist...“, schreibt eine Nutzerin.

Marcha Matthiesen möchte jedoch nicht gegen die Jägerschaft hetzen, wie sie gegenüber der WAZ erklärt. Allerdings könne sie nicht verstehen, wie man ihre Hündin mit einem Fuchs hätte verwechseln können. Und sie fügt hinzu: „Hätte der Schuss sie verfehlt, hätte er auch uns treffen können.“

Rubriklistenbild: © Daniel Roland, Ronny Hartmann/AFP; Collage: RUHR24

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