Denkmal wird zum Highlight

NRW: Gasometer lässt die Hüllen fallen – Fassade erstrahlt in außergewöhnlicher Farbe

Gasometer wird von Schutzhüllen befreit
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Gasometer lässt die Hülle fallen – ein wichtiger Meilenstein bei der Sanierung ist erreicht.

Die Sanierungsarbeiten am Gasometer haben einen „Meilenstein“ erreicht. Die Außenhülle ist fertig. Künftig soll sie bei tief stehender Sonne „förmlich glänzen“.

Oberhausen – Neue Optik für den Gasometer in Oberhausen: Das beliebte Wahrzeichen hat im Zuge der Sanierungsarbeiten einen neuen Anstrich bekommen. Die riesige Plastikplane, die das Gebäude umhüllt hatte, wird nun abgelassen. Und man kann erstmalig Blicke auf die veränderte Fassade erhaschen, berichtet RUHR24*.

GasometerIndustriedenkmal in Oberhausen
Architektonische Höhe118 Meter
Eröffnet1929

Gasometer im Ruhrgebiet: Meilenstein bei der Sanierung erreicht – Gebäude lässt die Hüllen fallen

Ein wichtiger Meilenstein bei der Sanierung sei nun erreicht, heißt es auf der Webseite des Gasometers. Die Korrosionsschutzarbeiten an der Außenhülle sind beendet. Damit hat nun der Rückbau der 30.000 Quadratmeter umfassenden PVC-Hülle begonnen.

Sprecher Dirk Böttger erklärte am Donnerstag (8. April) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass mittlerweile mehr als die Hälfte des Gasometers freigelegt sei. Die gigantische Plastikhülle war zum Schutz vor umherwirbelndem Farbstaub aufgebaut worden.

Der Gasometer in Oberhausen wird von PVC-Hülle befreit.

Außensanierung des Gasometers in NRW: Beliebtes Wahrzeichen erhält einen neuen Farbton

Alle 14 Farbschichten der Außenhülle sind bei den Sanierungen abgeschliffen worden, heißt es im dpa-Bericht weiter. Dann wurde ein neuer Korrosionsschutz aus vier Schichten auf das Wahrzeichen im Ruhrgebiet aufgetragen.

Das Besondere: Der Gasometer hat nun einen anderen Farbton als zuvor. An Stellen, an denen die Hülle bereits entfernt ist, kann man schon einen Blick auf den neuen Farbton werfen (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet* auf RUHR24).

Gasometer in Oberhausen: Eisenglimmer sorgt für eine glänzende Optik

Je nach Sonnenstand sei die Außenhülle nun „irgendetwas zwischen Aubergine und Grau-Braun“, sagt Dirk Böttger. Er erklärt, dass sich dieser neue Ton am Originalfarbton, der 1949 beim Wiederaufbau des Gasometers verwendet wurde, orientiere.

Die neue Farbmischung ist ein grauer Grundton mit einer oxydrötlichen Einfärbung. Im Baustellentagebuch des Gasometers heißt es dazu, dass der neuen Deckschicht zusätzlich Eisenglimmer beigemischt wurde.

Dieser verstärke nicht nur den Korrosionsschutz – er verleihe dem Gasometer auch eine ganz spezielle Optik. Denn bei tief stehender Sonne ließe dieser Eisenglimmer das Wahrzeichen im Ruhrgebiet künftig förmlich glänzen lässt. Man darf also gespannt sein.

Sanierung des Gasometers in Oberhausen: Arbeiten dauern noch an

Gänzlich wird das 100 Meter hohe Gebäude aber auch nach vollständiger Beseitigung der PVC-Hülle noch nicht zu sehen sein. Denn darunter befindet sich noch das etwa 1000 Tonnen schwere Gerüst. Doch auch dieses werde in den kommenden sechs Wochen abgebaut, heißt es auf der Webseite des Gasometers. Danach sollen auch Umläufe, Treppen und die charakteristischen Ausbläser wieder montiert werden. Dafür seien nochmals vier Wochen veranschlagt.

Grund für die Arbeiten ist, dass die Außenhülle von Rost bedroht war. Selbst im inzwischen erneuerten Fundament hatten sich schon Risse gebildet. Der Gasometer in Oberhausen war dafür für mehrere Monate geschlossen worden. Insgesamt sind für die Sanierung 14,5 Millionen Euro vorgesehen. Im Frühsommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Wahrzeichen am Rhein-Herne-Kanal plant bereits nächste Ausstellung

Der Gasometer am Rhein-Herne-Kanal ist ein beliebtes Wahrzeichen der Region. Er war einst Europas größter Gasspeicher und steht seit 1996 unter Denkmalschutz.

Mittlerweile dient der Gasometer als Ausstellungshalle. Trotz Corona-Pandemie haben auch bereits die Aufbau-Arbeiten für die nächste Schau begonnen, kündigt Sprecher Dirk Böttger an.

Video: Musikfestival „Traumzeit“ in Duisburg könnte trotz Corona im Juni stattfinden

Gasometer-Ausstellung: „Das zerbrechliche Paradies“ zeigt Schönheit und Gefährdung der Natur

Auch das nächste Projekt soll Besucher wieder mit beeindruckenden Bildern und Videos in den Bann ziehen und hat zugleich eine ernste Aussage. Denn unter dem Titel „Das zerbrechliche Paradies“ soll ab dem Sommer eine Ausstellung über die Schönheit der Natur und ihre Gefährdung durch den Menschen gezeigt werden. Wer sich über die Ausstellung informieren will, findet Infos auf der Webseite des Gasometers.*

Ob „Das zerbrechliche Paradies“ wie geplant stattfinden kann, hängt aber wohl von der Entwicklung der Corona-Zahlen in NRW und von den Regelungen der neuen bundesweiten Notbremse ab. *RUHR24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN-MEDIA.

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