Angriffskrieg in der Ukraine

Gas in NRW wird immer knapper: Stadtwerke treffen erste Maßnahmen

Die Energieversorgungssituation im nächsten Winter droht durch den Angriffskrieg in der Ukraine ziemlich knifflig zu werden. Das Land NRW bereitet Maßnahmen vor.

NRW – Angesichts der drohenden Gasknappheit und steigender Energiepreise bereitet Nordrhein-Westfalen einen Schutzschirm für NRW-Stadtwerke vor. Der Rettungsschirm in Milliardenhöhe sei eng an das Prinzip des Corona-Schutzschirms des Landes für die öffentliche Infrastruktur angelehnt, sagte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU).

UnternehmenDEW21 Dortmunder Energie- und Wasserversorgung
Mitarbeiter1.000
Namengebung21. Jahrhundert

NRW: Schutzschirm soll Stadtwerken in Zeiten der Gas-Knappheit helfen

Der Corona-Schutzschirm des Landes sei in weiten Teilen nicht in Anspruch genommen worden, weil die Befürchtungen nicht eingetreten seien, sagte Scharrenbach. „Aber das Beste ist immer, man bereitet sich auf einen Worst Case vor.“ Über die Höhe des geplanten Rettungsschirms für Stadtwerke könne sie noch nichts sagen.

Die Stadt Hilden kündigte unterdessen an, in acht Schulen und neun Turnhallen die Warmwasseraufbereitungsanlagen bis Ende September abzustellen. „Indem wir darauf verzichten, durchgehend warmes Wasser vorzuhalten, können wir unseren Gasverbrauch erheblich senken“, erklärte der städtische Baudezernent Peter Stuhlträger in einer Mitteilung.

NRW: Krieg in der Ukraine sorgt für Gas-Knappheit in Deutschland

Die Stadtwerke seien „fester Bestandteil in der Energieversorgung des Landes NRW“, so Scharrenbach. Aber Stadtwerke, die nicht über die Börse handelten, seien nicht über die Maßnahmen der Bundesregierung abgesichert. Deswegen wolle das Land mögliche Schieflagen dieser Stadtwerke im Interesse der Versorgungssicherheit abwenden. Derzeit liefen diverse Prüfungen.

Die Kommunen versuchten bereits, Energie zu sparen, wo es nur geht, sagte Scharrenbach in dem Zeitungsinterview. „Natürlich schauen viele mit Sorge auf Herbst und Winter, was die Beheizung der Hallenbäder, Sporthallen, Schulen oder sonstiger Einrichtungen angeht.“

NRW: Gas wird knapp bei deutschen Stadtwerken – das rät die Stadt Dortmund

Auch die Stadt Dortmund ruft zum Energiesparen auf. Die DEW21 empfiehlt, Heizkörper nicht mit Möbeln zuzustellen. So könnte das Gerät am effizientesten arbeiten. Es sei außerdem zu empfehlen, mit einer möglichst niedrigen Raumtemperatur auszukommen.

Türen sollten geschlossen bleiben, um die Wärme drin zu behalten. Moderne Heizkörper und regelmäßige Wartungen helfen ebenfalls. Stoßlüften sei laut der Stadt Dortmund einem gekippten Fenster vorzuziehen, weil es energiesparender sei.

Heizen wird im nächsten Winter teurer.

Auch beim Waschen und Duschen gibt es der Stadt Dortmund nach die Möglichkeit, Energie zu sparen. Die Wassertemperatur sollte grundsätzlich nicht höher als 60 Grad einzustellen sein und duschen sei effizienter als baden. Kochen ist laut der Stadt Dortmund mit geschlossenem Topf sparsamer, Rest-Ofenhitze könne man ausnutzen, um andere Dinge zu erwärmen.

NRW: Wirtschaftsminister Habeck warnt vor möglicher Preisexplosion

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat vor einer möglichen Preisexplosion bei einigen Stadtwerken gewarnt. So weit könne es kommen, wenn Russland kein Gas mehr über die Gaspipeline Nord Stream 1 liefere und der Bund es großen Versorgern wie Uniper erlaube, die Preise an ihre Kunden weiterzugeben, etwa Stadtwerke (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Russland hatte die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 bereits stark gedrosselt. Dadurch geriet der Gasimporteur Uniper in Turbulenzen und rief nach Staatshilfen. In wenigen Tagen starten die jährlichen Wartungsarbeiten an Nord Stream 1. In der Regel fließt dann für zehn Tage kein Gas. Die Befürchtung ist nun, dass Russland diesmal den Gashahn nicht wieder aufdreht.

Um auf diesen Fall vorbereitet zu sein, ruft auch ein Professor aus NRW zum Gas sparen auf. Die Regierung empfiehlt sogar den Kauf von Notstromschrägarten. (Mit DPA-Material)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

Mehr zum Thema