Energiekrise

NRW schielt jetzt wegen Gasengpässen auf Belgien

Nathanael Liminski
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Europaminister Nathanael Liminski blickt ins Nachbarland Belgien.

Wird nun eine neue Gas-Pipeline von Belgien nach NRW gebaut? Bisher kommt Flüssiggas aus der belgischen Stadt Zeebrügge.

NRW – Nordrhein-Westfalens Europaminister Nathanael Liminski dringt auf den Bau einer weiteren Gaspipeline zum Nachbarland Belgien. Der CDU-Politiker würdigte am Dienstag laut einer Mitteilung der NRW-Staatskanzlei den großen Beitrag Belgiens für gesicherte Gaslieferungen nach NRW. Für eine dauerhafte Steigerung der Lieferkapazität auf 34 Millionen Kubikmeter pro Jahr müsste eine neue Pipeline von 48 Kilometern Länge gebaut werden.

NRW-Nachbar Belgien könnte künftig noch mehr Gas liefern

Anfang 2021 wurde die Zeelink-Pipeline zwischen der Grenze zu Belgien und den Gasspeichern im Westmünsterland bei Legden in Betrieb genommen. Sie verbindet NRW mit dem belgischen Flüssiggas-Terminal in der Hafenstadt Zeebrügge.

Die Infrastruktur sei für Lieferungen von 22 Millionen Kubikmeter jährlich ausgelegt. Tatsächlich liefert Belgien laut der Mitteilung vorübergehend weit über 30 Millionen Kubikmeter (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Gas-Engpässe und Energiekrise: Bundesregierung müsste Idee aus NRW zustimmen

Voraussetzung für einen Ausbau ist demnach eine verbindliche Zusage der Bundesregierung, die Gasmenge auch abzunehmen. Dafür wolle er sich gemeinsam mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) einsetzen, sagte Liminski in einem Gespräch mit Belgiens Botschafter Geert Muylle.

Bei der Gasversorgung seien die Schnittmengen und die Notwendigkeit für eine enge Kooperation besonders groß. „Wir haben ein großes Interesse daran, die bereits etablierte Energiepartnerschaft mit der Region Flandern auf ganz Belgien auszuweiten und kurzfristig eine ergänzende Zusammenarbeit im Bereich Flüssiggas zu etablieren“, sagte der NRW-Europaminister laut der Mitteilung. DPA