Science-Fiction wird zur Realität

Im Flugtaxi durch NRW jetten – Pläne sind bereits konkret 

Fliegen bald tatsächlich Flugtaxis über Nordrhein-Westfalen? Konkrete Pläne für das futuristische Vorhaben gibt es bereits.

Nordrhein-Westfalen - Was nach Science Fiction klingt, könnte in Nordrhein-Westfalen (NRW) schon bald Normalität sein: In Nullkommanichts mit dem Flugtaxi von Stadt zu Stadt zischen. Und dabei so gut wie keine Emissionen freisetzen. Zum Beispiel von Aachen nach Bielefeld, Münster oder Siegen. Und das Ganze in nur 30 Minuten. Pure Zukunftsmusik? Nicht so für das Technologie-Unternehmen Lilium. Denn die Planungen für das Flugtaxi-Netzwerk sind offenbar bereits ziemlich konkret.

Name

Lilium Jet

Hersteller

Lilium Aviation

Art

elektrisch angetriebenes, senkrecht startendes und landendes Luftfahrzeug

Flugtaxi: NRW bietet beste Voraussetzungen für Aufbau eines Netzwerks

Das Vorhaben des Startups Lilium könnte die Mobilität in NRW völlig verändern: Statt im Stau auf der Autobahn zu stecken, bequem im Flugtaxi von Stadt zu Stadt zu schweben - wer wünscht sich das nicht? "Nordrhein-Westfalen wird Heimat für Mobilität in der dritten Dimension", heißt es so auch euphorisch auf der Seite der Landesregierung NRW. Dass das Bundesland zum Knotenpunkt eines Flugtaxi-Netzwerks werden soll, scheint hier gut anzukommen.

Vier Passagiere, ein Pilot: Viel Platz ist in dem kleinen weißen Flugzeug Lilium nicht. Massenbeförderung wie in den überfüllten S-Bahnen in der Rhein-Ruhr-Region geht so nicht. Dafür geht es schnell. So schnell, wie es auf Schienen oder Straßen kaum möglich ist.

NRW: Flugtaxis leistungsstarke Verkehrsinfrastuktur ermöglichen

Und weil so eine leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur gut für die Menschen in NRW, aber auch für den Wirtschaftsstandort NRW wäre, unterstützt Vekehrsminister Hendrik Wüst die futuristisch klingenden Planungen. Und auch die Flughäfen  Düsseldorf - der nach der Corona-Krise erst kürzlich den Betrieb wieder aufgenommen hat - und Köln/Bonn sind an Bord.

Gemeinsam mit dem Technologie-Unternehmen Lilium wollen sie nun prüfen, wie sie zu Knotenpunkten eines nordrhein-westfälischen Flugtaxi-Netzwerks werden könnten. Die Umsetzung der Pläne werden von dem Startup vorangetrieben: Sie wollen als erstes Unternehmen in den kommerziellen Betrieb mit den Flugtaxis gehen. 

Flugtaxis sollen in NRW 2025 an den Start gehen

Doch wann soll das genau sein? "Wir befinden uns gerade im Genehmigungsverfahren mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit", sagt Lilium-CEO und Co-Gründer Daniel Wiegand. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in mehreren Regionen bis 2025 als neuer Verkehrsträger etabliert sein werden. Nordrhein-Westfalen ist bestens aufgestellt, eine dieser Regionen zu werden".

Gemeinsam mit drei weiteren Absolventen der TU München hat Wiegand dafür 2015 die Lilium GmbH gegründet. Inzwischen arbeiten am Münchener Hauptsitz über 500 Menschen. Das Flugzeug, welches von ihnen gebaut wird, hat eine Reichweite von 300 Kilometern. Und fliegt fast 300 km/h schnell. Zumindest ist das die Distanz, die die Entwickler in Zukunft erreichen wollen. Wie, das ist unabhängigen Experten bisher nicht klar. In einem Bericht vom Spiegel ist die Rede davon, dass dieses Versprechen mit im Lilium Jet verbauten Akkus kaum zu halten ist. 

Flugtaxis in NRW: Echte Innovation oder leeres Werbeversprechen

Ob es sich nur um ein großes Werbeversprechen handelt, was sich am Ende in Luft auflöst, oder ob die Lilium-Ingenieure in wenigen Jahren eine echte Innovation präsentieren, bleibt abzuwarten. Doch bislang gibt sich selbst Verkehrsminister Wüst zuversichtlich: "Was heute noch wie Science-Fiction klingt, kann schon bald Realität sein." 

Daniel Wiegand ist CEO von Lilium Aviation und treibt das Vorhaben der Flugtaxis für NRW voran.

Wüst sieht zudem den großen Handlungsbedarf, den es in NRW in Sachen Mobilität gibt: Besonders in NRW leben viele Menschen auf engen Raum zusammen. Pendler- und Transitverkehr belasten die Straßen besonders zu Stoßzeiten. Schlaue Ideen für eine bessere Mobilität seien daher immer willkommen.

NRW: Beste Voraussetzung für Flugtaxi-Netzwerk

Beste Voraussetzungen gäbe es in NRW sowieso, um ein so zukunftsweisendes Projekt wie das der Flugtaxis voranzutreiben. Beide Flughäfen - sowohl Düsseldorf als auch Köln/Bonn - seien als internationale Verkehrsknotenpunkte mit sehr guten Anbindungen an Luft-, Bahn- und Straßenverkehr ein idealer Ausgangspunkt. 

Mitten in einem Ballungsraum gelegen, in dem 18 Millionen Einwohner leben und etliche Hochschulen, Städte und Messestandorte nur darauf warten effektiver miteinander vernetzt zu werden, könnten die Nachfrage nach einem so innovativen Mobilitätskonzept wie den Flugtaxis kaum größer sein. 

Dabei ist dem Geschäftsführer von Lilium, Dr. Remo Gerber, auch daran gelegen, dass der Service von allen Menschen in NRW genutzt werden kann: "Wir werden einen bezahlbaren Service für jedermann anbieten mit Zeitersparnissen für alle Reisenden im Herzen Europas."

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa