Chaos in den Sommermonaten

NRW: Flughäfen fehlt Personal – ein Grund wäre vermeidbar gewesen

An vielen Flughäfen in NRW und Deutschland ist mit den Sommerferien Chaos ausgebrochen. Grund ist der Personalmangel an vielen Airports.

NRW – Lange Schlangen an den Check-in-Schaltern und Sicherheitskontrollen sowie Flugausfälle sind die Folgen von Personalmangel an deutschen Flughäfen. Besonders mit dem Sommerferienstart in NRW und dem damit verbundenen erhöhten Reiseaufkommen wurde der Mangel an Fachkräften zum Problem. Laut einem Marktforschungsinstitut wäre das ganz große Chaos vielleicht vermeidbar gewesen.

FlughafenKöln-Bonn
Fläche1000 ha
ThemaPersonalmangel

NRW: Flughäfen zum Teil selbst Schuld an Ausfällen und Verspätungen?

Viele Flughäfen in Deutschland haben nämlich verhältnismäßig spät nach neuem Personal zur Gepäckabfertigung, an den Schaltern und im Security-Bereich gesucht. Auch deshalb sind viele Stellen wohl unbesetzt geblieben. Ein anderer Grund für den Mangel sind Mitarbeiter, die als Folge der späten Inserate auch erst spät eingestellt worden, jetzt noch Schulungen haben und deshalb nicht voll einsetzbar sind.

Laut dem Marktforschungsinstitut Index hätten die Flughäfen viel eher nach Personal suchen müssen. Denn, der Touristenansturm war erwartbar. Viele sind seit der Coronapandemie nicht mehr geflogen und tun es in diesem Sommer das erste Mal wieder. Es sei schon vorher klar gewesen, dass sehr viel neues Personal benötigt wird (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Personalmangel an deutschen Flughäfen – Corona hat viele Mitarbeiter entlassen

Denn, während der Kernzeit der Pandemie und der damit verbundenen Reiseflaute wurde ein Großteil des Flughafenpersonals auch in NRW in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt. Viele waren gezwungen sich einen neuen Job zu suchen und sind nicht zurückgekehrt. Die Folge daraus ist nun, dass sehr viele Stellen unbesetzt sind und so schnell kein Nachwuchs bereit ist.

Airports in Deutschland: Hunderte freie Stellen

Das schien vielen Flughäfen auch klar gewesen zu sein. Laut Zahlen des Marktforschungsinstituts sind die Kosten, für die geschalteten Jobinserat förmlich explodiert, um bis zu 500 Prozent. Auch die Anzahl der Anzeigen ging deutlich weiter nach oben als gewöhnlich. Seit Januar haben deutsche Flughäfen etwa 2.500 freie Stellen ausgeschrieben. Allein zu Beginn der Sommerferien sei die Suche nach Bodenpersonal um 250 Prozent rauf gegangen. Eindeutig zu spät, laut dem Marktforschungsinstitut Index.

Lange Schlangen bildeten sich vor vielen Flughafen-Schaltern zum Beginn der Ferien.

Am dringendsten suchen aktuell der Flughafen Frankfurt Main, Berlin und Köln-Bonn in NRW. „Der viel zu späte Start der Recruiting-Aktivitäten der Flughafenbetreiber ist ein wesentlicher Grund für die momentanen Zustände an den Airports!“, meint Jürgen Grenz, CEO der Index Gruppe. Der Flughafen in Dortmund hingegen scheint die Feriensituation im Griff zu haben.

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