Großeinsatz für die Feuerwehr in NRW

Feueralarm an Silvester! Mehrere Brände in NRW fordern Verletze - Feuerwerk Schuld?

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Bei einem Brand in einem Hochhaus in Wuppertal wurden neun Menschen verletzt

An Silvester brannte es gleich mehrmals - in Wuppertal, Kamen und Gelsenkirchen gab es Brände mit Verletzten. Waren Böller der Grund? Hier die Infos.

  • In Wuppertal ist in der Nacht zu Silvester in einem Hochhaus ein Feuer ausgebrochen.
  • Es gab mehrere Verletzte bei dem Brand - und das war nicht der einzige Vorfall in NRW.
  • Experten prüfen nun, ob Feuerwerk das Feuer ausgelöst haben könnte.

Wuppertal/Ratingen - Die Flammen schlugen bereits meterhoch aus den Fenstern eines Hochhauses in Wuppertal, als die Feuerwehr eintraf und der Großeinsatz um kurz vor Mitternacht begann. Die Einsatzkräfte mussten bei dem Brand 75 Personen evakuieren, einige wurden in der Nacht zu Silvester (31. Dezember) mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht - so hatte sich sicher keiner der Bewohner den Start in das neue Jahr gewünscht.

Mittlerweile hat die Feuerwehr in NRW eine erste Bilanz der Silvesternacht gezogen: Es gab Hunderte Einsätze im Ruhrgebiet.

Brand in einem Hochhaus in Wuppertal - Neun Personen verletzt

Um kurz vor 0 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr in Wuppertal ein. Anwohner hatten das Feuer im sechsten Stock von insgesamt sieben in einem Hochhaus bemerkt und die Einsatzkräfte alarmiert. Als diese vor Ort im Rabenweg in Wuppertal eintrafen, hatten einige Personen sich bereits selbstständig aus dem brennenden Haus gerettet. 

Doch nicht alle haben es rechtzeitig aus dem Flammen-Inferno geschafft. Und so musste die Feuerwehr unter Atemschutz noch weitere Bewohner über das Treppenhaus retten, bevor sie mit den Löscharbeiten beginnen konnten. Doch zum Glück wurde niemand scher verletzt. Nur neun Personen von den insgesamt 75 mussten zu weiteren Untersuchungen und mit leichten Verletzungen nach dem Brand in ein Krankenhaus gebracht werden. 

Ursache für den Brand in einem Hochhaus in Wuppertal unklar 

Das Feuer in dem Hochhaus in Wuppertal brach wohl in der Wohnung einer achtköpfigen Familie aus, wie die Bild berichtete. Keiner der Familie wurde verletzt. Doch ihre Wohnung wird vorerst nicht mehr bewohnbar sein. Sie kamen in der Nacht zu Silvester noch bei Verwandten unter. 

Die anderen Wohnungen in dem Hochhaus in Wuppertal konnten nach den abgeschlossenen Löscharbeiten des Brandes wieder freigegeben werden und die Bewohner wieder zurück in ihre vier eigenen Wände. Noch ist unklar, warum das Feuer im sechsten Stock ausbrach. Die Polizei ermittelt nun, ob ein technischer Defekt die mögliche Ursache für den Brand war. Sie schließt zum jetzigen Zeitpunkt allerdings aus, dass Feuerwerk die Flammen ausgelöst haben könnten. 

Feuerwerk möglicherweise der Grund für Brand in einem Wohnhaus in Ratingen

Doch der Brand in Wuppertal war nicht der einzige, der die Feuerwehr in NRW in der Nacht zu Silvester auf Trab gehalten hat. Auch in Ratingen mussten die Einsatzkräfte ausrücken und ein Feuer in einem Hochhaus löschen. Hier war ein Schrank auf dem Balkon einer Wohnung in Brand geraten und die Flammen auf die Wohnung übergesprungen. Es gab eine starke Rauchentwicklung. 

Die Bewohner waren allerdings zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause - wahrscheinlich zu ihrem Glück. Im Gegensatz zu einem anderen Bewohner des Hochhauses. Dieser wurde bei dem Brand schwer verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei vermutet nun, dass Feuerwerk die Ursache für den Brand gewesen sein könnte. Um das zu klären, wurde nun ein Sachverständiger hinzugezogen. 

Feuerwerk als Brandursache keine Seltenheit

Und wer kennt es nicht? Der Verkauf der Böller und Raketen beginnt wie jedes Jahr mindestens drei Tage vor Silvester und ab da hört man immer irgendwo einen Böller mit einem lauten Knall in die Luft gehen. So manch einer macht damit auchjede Menge Blödsinn und richtet einiges an Unheil an. So auch in der Nacht auf den 31. Dezember in Kamen

Jedes Jahr wird irgendwas mit Böllern in die Luft gesprengt - sei es der Briefkasten oder der Zigarettenautomat, wie in dem Fall in Kamen. Anwohner hatten gegen 21.30 Uhr einen lauten Knall gehört und kurz darauf gemerkt, dass der auf dem Gehweg angebrachte Zigarettenautomat offen stand und überall verstreut Zigarettenschachteln lagen. Die verständigte Polizei stellte dann fest, dass es tatsächlich der Klassiker war: Unbekannte hatten einen Feuerwerkskörper in dem Automaten gezündet und ihn damit in die Luft gesprengt. Ob die Beute - die Zigaretten - im Anschluss noch zu gebrauchen waren und die Sprengmeister diese entwendet haben, ist noch unklar. 

In Gelsenkirchen kommt es ganz dicke - acht Brände halten Feuerwehr auf Trab

Aber die Zahl der Brände von Gelsenkirchen übertrumpft niemand. Zu insgesamt acht Einsätzen musste die Feuerwehr in der Nacht auf Silvester ausrücken - und dass, obwohl sie erst am Montag (30. Dezember) mit einem schweren Fall von vermuteter Brandstiftung und an Weihnachten mit einem Großbrand in einem Wohnhaus zu tun hatten, bei dem fünf Personen aus den Flammen gerettet werden mussten.  

Und auch in der Nacht auf Dienstag (31. Dezember) gab es einen Verdacht wegen Brandstiftung. Um 5 Uhr morgens brach im Keller eines Mehrfamilienhauses ein Feuer aus. Zwar hatten die Einsatzkräfte den Brand schnell unter Kontrolle, dennoch wurde ein 96-jähriger Mann durch die Rauchentwicklung schwer sowie sechs weitere Personen leicht verletzt. 

Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, brannte in derselben Nacht in Gelsenkirchen noch ein Kinderwagen in einem Treppenhaus, eine Fußmatte, vier Müllcontainer und ein Altkleidercontainer. Verletzt wurde zum Glück bei den anderen Bränden niemand. Ob bei dem Flammen-Inferno in Gelsenkirchen in dem ein oder anderen Fall auch Feuerwerk der Grund gewesen sein könnte, ist bislang noch unklar. Die Polizei ermittelt nun wegen vorsätzlicher Brandlegung.

Ebenfalls in Gelsenkirchen ereignete sich ein schlimmer Unfall beim Böllern. Ein 15-Jähriger verlor einen Finger, nachdem er einen auf dem Boden gefundenen Knaller zündete.  Mit dpa-Material.