Teurer Ausflug

Luxus-Ferrari geschrottet: Stadt soll jetzt tief in die Tasche greifen

Eine Stadt in NRW soll 62.000 an einen Ferarri-Besitzer zahlen.
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Eine Stadt in NRW soll 62.000 an einen Ferarri-Besitzer zahlen.

Ein 72-Jähriger aus NRW war in der Moselstadt Cochem in einen Unfall verwickelt. Jetzt soll die Stadt für den Schaden an seinem Ferrari aufkommen.

Cochem/NRW – Eigentlich wollte ein 72-Jähriger aus NRW sich im Sommer 2019 nur ein paar schöne Tage an der Mosel machen. Allerdings wurde er mit seinem Ferrari in einen Unfall verwickelt. Die Stadt Cochem in Rheinland-Pfalz soll nun für den Schaden am Luxus-Auto aufkommen.

UnternehmenFerrari
GründerEnzo Ferrari
Umsatz3,767 Milliarden EUR (2019)

Mann aus NRW baut Unfall mit Luxus-Ferrari: Fehler liegt angeblich bei der Stadt

Bei dem kostspieligen Auto handelt es sich um einen Ferrari F 40. Von dem Modell mit 478 PS wurden nur 1315 Exemplare hergestellt. Ein Schaden an dem roten Flitzer ist also sehr ärgerlich.

Wie der Wochenspiegel berichtet, soll der nicht näher genannte „schwerreiche Industrielle“ aus NRW allerdings möglicherweise selbst an dem Unfall mit dem Wagen Schuld gewesen sein. Genau das gilt es jetzt aber offenbar anzuzweifeln. Laut ihm und seiner Versicherung läge der Fehler bei der Stadt Cochem. Was ist passiert?

Mann aus NRW baut Unfall mit teurem Ferrari – Stadt in Rheinland-Pfalz soll zahlen

Im Sommer 2019 hat der Mann die Stadt Cochem nahe Koblenz für das Heimat- und Weinfest mit seinem Ferrari F40 besucht. Am 24. August soll er nachmittags in der Brauselaystraße auf einer abschüssigen Straße auf den Asphalt geknallt sein. Durch das abrupte Aufsetzen auf die Straße wurde das Auto hinten links stark beschädigt. Der Zeitwert des Fahrzeugs beträgt im guten Zustand 940.000 Euro.

Ein Gutachten bestätigte, dass die Frontmaske und der Spoiler abgebrochen sind. Außerdem seien „A-Säule“ und Motorhaube zerkratzt gewesen. Nicht nur der seltene Ferrari, auch eine Schottwand wurde bei dem Unfall beschädigt und musste erneuert werden. Der Gesamtschaden liegt laut dem Gutachten eines Sachverständigen bei genau 62.432,60 Euro.

72-Jähriger aus NRW baut Unfall mit Ferrari: Versicherung will Stadt haftbar machen

Den Schaden meldete der 72-Jährige aus NRW seiner Versicherung, die die Kosten für die Reparatur des Ferrari auch bezahlte. Allerdings will diese das Geld jetzt von der Stadt Cochem zurück haben, ebenso wie die Kosten für Anwalt und Gutachten. Der Grund: Die Straße im Ort sei in einem sehr schlechten Zustand und daher auch Schuld an dem Unfall.

„Wir haben den Vorgang an unsere Versicherung abgegeben“, bestätigte Bürgermeister Walter Schmitz (CDU) die Forderung gegenüber Wochenspiegel. Wer nun tatsächlich Schuld ist, soll das Landgericht Koblenz klären.

Ferrari-Unfall: Versicherung von Mann aus NRW klagt

Wie eine Pressesprecherin bestätigt, sei die Klage zugestellt worden und nun laufe „eine entsprechende Stellungnahmefrist“. Für die Stadt Cochem könnte das Urteil langfristige Folgen haben. Wenn die Kommune tatsächlich haftbar gemacht wird, könnte ein enormes Haftungsrisiko auf die Stadt zukommen.

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Entscheidend könnte aber auch der Zustand des Ferrari nach dem Unfall sein. Ob die Schäden auch nach einem langsamen und somit vorschriftsgemäßen Fahrstil des Millionärs aus NRW entstanden sein könnten, oder ob die Geschwindigkeit erhöht war, könnte auch Inhalt des Verfahrens werden.