Katastrophal für die Umwelt 

Endgültiges Verbot von E-Scootern? NRW-Stadt will knallhart durchgreifen

E-Scooter waren schon immer eine Belastung für die Umwelt. Köln appelliert nun an die Anbieter, wenigstens ein Problem der Fahrzeuge gemeinsam zu lösen. 

Köln – Das Verhalten der Nutzer von E-Scootern wurde von der Polizei erst kürzlich als „desaströs und enthemmt“ bezeichnet. Ständig kommt es zu Unfällen mit alkoholisierten Nutzern der Geräte. Außerdem werden die Roller oft nicht korrekt abgestellt. Zwar droht dafür ein Bußgeld, aber das hält viele wohl nicht davon ab. Anwohner sind vieler Orts genervt.

OrtKöln
BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung1, 08 Millionen (2020)

E-Scooter in der Kritik: Kölns OB will Nachtfahrverbot zwischen 22 und 6 Uhr

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat deshalb nun ein Nachtfahrverbot zwischen 22 und 6 Uhr vorgeschlagen. Die Plattform Shared Mobility, in der die Anbieter organisiert sind, nannte diesen Vorschlag einen „politischen Schnellschuss“.

Besonders problematisch ist, dass immer öfter die E-Scooter in Flüssen und anderen Gewässern landen. Allein im Rhein sollen mehr als 500 Elektro-Fahrzeuge liegen, deren Lithium-Ionen-Akkus allmählich das Grundwasser vergiften. Auch den Vorschlag Rekers, dass die Anbieter zumindest für die Kosten der Bergung der Roller aufkommen könnten, lehnte Shared Mobility ab.   

NRW: E-Scooter sind nicht umweltfreundlich - OB spricht von „komplettem Verbot“

Kölns Oberbürgermeisterin Reker sprach zudem auch die Möglichkeit eines kompletten Verbots an. Das sei aber nicht das richtige Signal, immerhin leisteten sie einen Beitrag zur Verkehrswende, so Reker.  Das ist stimmt allerdings nicht (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24).

Aktuell leisten E-Scooter keinen Beitrag zur Verkehrswende, was aus einem Bericht des Umweltbundesamt hervorgeht. E-Scooter seien nur dann umweltfreundlich, wenn sie PKW oder Motoräder ersetzten. Studien wann und wofür E-Scooter hierzulande benutzt werden, liegen noch nicht vor.

Eine Umfrage in Paris allerdings zeigte, dass knapp die Hälfte der Befragten ohne Roller zu Fuß gegangen wäre. Tatsächlich gaben nur acht Prozent an, mit dem Roller eine Auto- oder Taxifahrt ersetzt zu haben. Nutzungszahlen aus Berlin zeigen, dass die durchschnittlich zurückgelegte Strecke nur 2 Kilometer betrug. Ein Weg, den man normalerweise mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegt.  

Mehr als 500 E-Scooter sollen im Rhein in Köln auf dem Grund liegen.

E-Scooter in der Kritik: Kinderarbeit und vergiftete Gewässer – eine Bilanz

Die meisten Roller werden von Lithium-Ionen-Akkus angetrieben. Der Abbau der dafür benötigten seltenen Erden führt zu erheblichen Belastungen von Mensch und Umwelt. Die Natur wird dabei mit Schwermetallen und giftigen Chemikalien verseucht, was ganze Ökosysteme zum Kollabieren bringt.

Beispielsweise sterben durch die Belastung der Gewässer ganze Fischbestände ab, was zur einer in den Örtlichen Dörfern, die vom Fischfang leben, zu Arbeitslosigkeit führt. In den Mienen ist außerdem Kinderarbeit keine Seltenheit.  

Verbot von E-Scootern: Wie sinnvoll wäre die Maßnahme? 

Die Akkus halten außerdem nicht sehr lange. Einige Quellen berichten von einer Lebensdauer bei E-Scootern von nur drei Monaten. Die Lebensdauer der Fahrzeuge im Verleih unterscheidet sich dabei erheblich von denen im Privatgebrauch. Um eine bessere CO2 Bilanz als ein PKW zu erreichen, müsste der Roller 165km gefahren werden. Ob das jemals der Fall ist, bleibt fraglich.

Die North Carolina State University hat bereits 2019 eine Studie veröffentlicht , aus der hervorgeht, dass im ungünstigsten ⁠Szenario⁠ stationslose Leih-E-Scooter durch Herstellung, Wartung und Transport mehr CO2-Emissionen pro Person und Meile produzieren als ein durchschnittlicher vollbesetzter Bus, ein E-Bike oder ein elektrisches Moped. BeBö

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/Robert Günther/dpa / Collage: RUHR24

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