Auch andere Flüsse betroffen

NRW: Friedhof der E-Scooter im Rhein bleibt vorerst – Bergung aus kuriosen Gründen abgesagt

Hunderte E-Scooter sollen auf dem Grund des Rheins liegen. Die Bergung der Roller gestaltet sich als schwierig. Eine Firma aus Holland soll jetzt unterstützen.

Update, Samstag (26. Juni), 12.14 Uhr: Köln - Hunderte E-Scooter liegen bei Köln im Rhein, rotten vor sich hin und müssen geborgen werden. Doch ihre Bergung wurde nun vorerst abgesagt. Die bereits für die kommende Woche geplante Aktion soll „auf unbestimmte Zeit“ verschoben werden, berichtet die dpa unter Bezugnahme auf eine Mitteilung auf der Plattform Shared Mobility. Dabei ist die Bergung der E-Scooter offenbar dringend geboten: Es wird befürchtet, dass beschädigte Akkus der Scooter die Wasserqualität belasten könnten.

FahrzeugE-Scooter
Zulassung in Deutschlandbis maximal 20 km/h
Anbieter in DeutschlandTier, Bird, Limes (u.a.)

NRW: E-Scooter im Rhein bei Köln – Genehmigung für Bergung steht noch aus

Nach Angaben der Bezirksregierung Köln gibt es bislang allerdings keine Hinweise darauf, das schädliche Stoffe aus den Akkus austreten. Und so ist es auch die behördliche Einwilligung, die die Aufräumarbeiten offenbar verzögert.

Laut der Plattform Shared Mobility sei der Grund für die Verzögerung die „ausstehende Genehmigung durch die entsprechenden Behörden“. Dennoch arbeite man weiter „mit Hochdruck“ daran, die Aufräumarbeiten bald zu starten. Dann sollen ähnliche Aktionen auch in Düsseldorf, Frankfurt oder München organisiert werden.

NRW: E-Scooter-Alarm im Rhein in Köln – mehr als 500 Roller im Wasser vermutet

Erstmeldung, Dienstag (22. Juni): Seit zwei Jahren sind E-Scooter auf den Straßen und Radwegen in NRW* und Deutschland unterwegs. Nachdem die elektrischen Roller zu Beginn einen regelrechten Boom erlebt haben, findet man sie mittlerweile in vielen Städten lieblos abgestellt oder sogar hingeschmissen, wie RUHR24* berichtet. Nicht selten landen die Zweiräder offenbar in Flüssen.

Mehr als 500 E-Scooter sollen laut einem Bericht des WDR auf dem Grund des Rheins in Köln liegen. Taucher hatten demnach im Auftrag eines der größten E-Scooter-Anbieter in Deutschland den Fluss nach E-Rollern abgesucht. Das Ergebnis war ein Schock: „Ich rede nicht von zehn oder 20 Rollern, sondern von Hunderten, die im Rhein liegen“, so der Kölner Bau-Taucher Markus Hambüchen gegenüber dem WDR.

GPS-Daten hätten ergeben, dass die meisten E-Scooter im Bereich der Kölner Hohenzollernbrücke unter Wasser liegen würden. Auch unterhalb der Deutzer Brücke werden weitere Elektroroller auf dem Grund des Rheins vermutet. Randalierer sollen sie dort in den Fluss geworfen haben.

Köln: Hunderte versenkte E-Scooter im Rhein – Umweltschützer sind besorgt

Die versenkten E-Scooter sorgen für Ärger und rufen vor allem Umweltschützer auf den Plan. „Da liegen allein in Köln Hunderte dieser Fahrzeuge im Rhein, giftige und gefährliche Stoffe werden frei und die Eigentümer wollen ihren Schrott im Rhein lassen. Das dürfen die zuständigen Umweltbehörden nicht hinnehmen“, sagte Paul Kröfges vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in NRW gegenüber dem WDR.

Auch das Taucher-Team störe nicht nur der Schrott, der sich im Rhein türmt. So habe man festgestellt, dass bei den E-Scootern im Rhein offenbar die Akkus undicht seien und dadurch Chemikalien ins Wasser auslaufen würden. Nach Angaben der Bezirksregierung Köln gebe es darauf aber bislang keine entsprechenden Hinweise (mehr News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Bergung der E-Scooter aus dem Rhein: Bekannte Anbieter wollen nächste Woche starten

Die Tage der E-Roller im Rhein sollen nun jedoch gezählt sein. Zwar gestaltet sich die Bergung der vielen Fahrzeuge als schwierig, aber die Plattform Shared Mobility (PSM) erklärte am Montag (21. Juni), dass die Scooter bereits Anfang kommender Woche aus dem Fluss geborgen werden sollen.

Über 500 E-Scooter sollen auf dem Grund des Rheins in Köln liegen. Auch aus dem Main in Frankfurt wurden bereits Roller geborgen.

Allerdings warte man noch auf die Zustimmung der zuständigen Behörden, heißt es von PSM, einer Art Dachverband bestehend aus bekannten E-Scooter-Anbietern wie Bird*, Tier und Limes.

E-Scooter-Bergung aus dem Rhein in Köln: Drohnenfirma aus Holland will helfen

Unterstützung bekommen die Anbieter dabei von einer Firma aus Holland. Gibt es das offizielle Go von den Behörden, soll das Unternehmen aus den Niederlanden, das sich auf Unterwasserdrohnen und -roboter spezialisiert hat, mit der Bergung der E-Scooter aus dem Rhein beginnen.

Zunächst soll eine Bestandsaufnahme erfolgen, bei der geklärt wird, wie viele E-Scooter sich überhaupt unterhalb der Deutzer Brücke und der Hohenzollernbrücke im Rhein befinden. Dann werde eine Unterwasserdrohne die im Wasser liegenden Elektro-Roller bergen.

Video: E-Scooter in Deutschland: Geliebt, gehasst, gerollert

Anschließend sollen Bautaucher beauftragt werden, jene Scooter aus dem Rhein zu holen, die der Greifarm der Drohne nicht fassen konnte.

E-Scooter im Rhein: Kosten für Bergung in Köln wollen die Anbieter tragen

„Nach Abschluss der Reinigungsarbeiten werden wir mit der Stadt Köln eine Liste mit gefundenen Fahrzeugen und Objekten teilen, die von uns geborgen wurden“, so Christoph Egels gegenüber t-online. Anschließend wolle man die E-Scooter fachmännisch entsorgen. Ähnliche Aktionen seien außerdem auch in anderen Städten wie Düsseldorf, Frankfurt oder München geplant.

Übrigens: Laut den Angaben der PSM werden die E-Scooter-Anbieter die gesamten Kosten für die Reinigungsaktion in Köln tragen. Und zwar unabhängig davon, was später alles am Greifarm hängt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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