9-Punkte-Katalog von "Aufbruch Fahrrad" bringt Politik in NRW ins Schwitzen

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Initiative "Aufbruch Fahrrad" fordert Ausbau des Radverkehrs von der Politik in NRW.

Über 200.000 Stimmen hat die Initiative Aufbruch Fahrrad in NRW gesammelt. Ihre Forderungen könnte die Politik ins Schwitzen bringen. Hier mehr Infos.

1000 Kilometer neue Radwege, E-Bike-Ladestationen und mehr Fahrradparkplätze - das fordert die Initiative „Aufbruch Fahrrad“ von der Politik in NRW und setzte diese damit ganz schön unter Druck. Denn sie hatten nicht nur Forderungen im Gepäck, sondern auch 206.687 Unterschriften.

  • „Aufbruch Fahrrad“ sammelte über 200.000 Unterschriften in NRW.
  • Ihre Forderung: Der Anteil des Radverkehrs soll von 8 auf 25 Prozent ansteigen.
  • Die Initiative trug ihre Forderungen am Mittwoch (2. Oktober) im Landtag vor.

NRW: "Aufbruch Fahrrad" legt Politik über 200.000 Unterschriften vor

Insgesamt ein Jahr lang sammelte die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" Unterschriften für einen besseren Radverkehr in NRW. Im Juni war die Aktion dann offiziell beendet - mit insgesamt 206.687 Stimmen. Das Thema scheint das ganze Bundesland zu bewegen.

Denn es sind dreimal so viele Unterschriften zusammen gekommen, wie nötig gewesen wären, damit sich die Politik in NRW damit beschäftigen muss. Am Mittwoch (2. Oktober) kam es dann zu einem ersten Zusammentreffen zwischen der Initiative und dem Verkehrsausschuss der NRW-Regierung.

9-Punkte-Katalog von "Aufbruch Fahrrad" bringt Politik in NRW ins Schwitzen

Nicht nur die Unterschriften und somit ein starker Rückenwind aus der Bevölkerung in NRW hatten die Vertreter der Initiative bei dem Treffen im Gepäck, sondern auch klare Forderungen. Sie wollen, dass der Radverkehr von gegenwärtig 8 auf 25 Prozent gesteigert wird - und das in nur fünf Jahren.

Das könnte die Politik ordentlich ins Schwitzen bringen. Denn fünf Jahre sind keine lange Zeit, um die geforderten Maßnahmen der Initiative "Aufbruch Fahrrad" zu realisieren. Die sind jedoch der Meinung, dass die Zeit drängt. Denn auch NRW müsse dringend an einer Strategie und somit auch an einer Mobilitätswende arbeiten, um die Klimaziele noch zu erreichen.

Wie das genau geschehen soll, hat die Volksinitiative in einem 9-Punkte-Plan festgehalten. Folgende Maßnahmen sind Inhalt des Plans:

  • Mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen.
  • NRW wirbt für mehr Radverkehr.
  • 1000 Kilometer Radschnellwege für den Pendelverkehr.
  • 300 Kilometer überregionale Radwege pro Jahr.
  • Fahrradstraßen und Radinfrastruktur in den Kommunen fördern.
  • Mehr Fahrrad-Expertise in Ministerien und Behörden
  • Kostenlose Mitnahme im Nahverkehr
  • Fahrradparken und E-Bike Stationen
  • Förderung von Lastenrädern

Politik in NRW hält die Forderungen von "Aufbruch Fahrrad" für realistisch

Und die Politik in NRW? - Die zeigte sich zögerlich. Zwar wurde der 9-Punkte-Plan der Initiative "Aufbruch Fahrrad" interessiert besprochen, doch Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich deutlich, wie der WDR berichtete.

300 Kilometer neue Radwege halte er für machbar, 270 seien schon in Planung. Aktuell baut NRW jährlich nur 80 Kilometer neuen Radweg. Da ist noch Luft nach oben. Dabei werde laut Wüst derzeit so viel Geld für die Zweiräder ausgegeben wie nie zuvor - rund 47 Millionen.

Kommunen nehmen den Ausbau des Radverkehrs selbst in die Hand

Es bleibt also abzuwarten, wie viel heiße Luft nun hinter der Aussage der NRW-Politik steckt, oder ob sie diesmal auf die Stimmen der Bevölkerung hören und sich ernsthaft mit der Mobilitätswende beschäftigen.

Bis das soweit ist, nehmen viele Kommunen den Ausbau des Radverkehrs selbst in die Hand. In Dortmund wird aktuell zum Beispiel ein neuer Radweg auf dem Wall geplant. Auch in Bochum gibt es einen Vorschlag von einer Bürgergruppe, die Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten. Dieser klingt allerdings etwas absurd.