Verband verzweifelt

NRW-Handel wütet gegen Corona-Politik: 2G verhagelt Weihnachten

Der NRW-Handelsverband Westfalen/Münster ist verzweifelt: 2G versaue das Weihnachtsgeschäft. Die Worte gegen die Politik haben es in sich.

Dortmund/Münster – Die 2G-Regel in Geschäften des nicht-täglichen Bedarfs hat bei den Verantwortlichen alles andere als Jubelstürme losgebrochen. Ganz im Gegenteil: Vertreter des Handelsverbandes (Deutschland und NRW) finden kantige Worte in Richtung der Politik und nutzen gar das Wort „verfassungswidrig“!

BundeslandNRW
VerbandHandelsverband Westfalen/Münsterland
GeschäftsführerThomas Schäfer

Einkaufen vor Weihnachten in NRW: Kantige Worte des Handels in Richtung Corona-Politik

Der Verband sehe die Vorgaben als verfassungswidrig und nicht zielführend bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es gebe funktionierende Hygienekonzepte, inklusive Maskenpflicht.

Jetzt habe man den Einzelhandel aus rein symbolischen Gründen zur wichtigsten Zeit massiv eingeschränkt. Der Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Stefan Genth wird deutlich: „Auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren - das ist geradezu absurd“ (mehr News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Weihnachtsgeschäft in NRW und Deutschland versaut? Handel muss Versäumnisse ausbaden

Aus seiner Sicht sei Einkaufen mit Hygienekonzept und Maskenpflicht eine sichere Angelegenheit. Das Infektionsrisiko sei gering. Jetzt müsse man mit Einbußen von bis zu 50 Prozent rechnen. Die Forderung an die Politik: Die müsse die drohenden Verluste auffangen, sonst drohe eine weitere Verödung der Innenstädte.

Der Weihnachtsmarkt Münster startete am 22. November 2021 - der Handel befürchtet jetzt starke Einbußen durch die 2G-Regel.

Auch Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes in NRW (Westfalen/Münsterland), gibt sich empört. 2G sei ein faktischer Lockdown. Er unterstreicht das funktionierende Hygienekonzept. „Zudem gibt es trotz mittlerweile 21 Monaten Pandemie keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Einzelhandel ein Infektionsherd ist. Weder für Kunden noch für die Beschäftigten!“

Die 2G-Regel werde ab Samstag (4. Dezember) gelten. „Das ist ja schon mal mehr, als man oftmals sonst zur Verfügung hatte“, so Thomas Schäfer (auch interessant: Nach NRW-Machtwort – der Fußball wird für das Versagen der Corona-Politik bestraft).

NRW: Innenstädte sind voll – allerdings droht durch die 2G-Corona-Regeln das Geschäft zu kippen

Aktuell beobachte man in NRW, vor allen Dingen in den westfälischen Großstädten Dortmund und Münster, dass die Menschen in Vielzahl in die Innenstädte kommen. Das sei gut, allerdings gebe es noch Luft nach oben. 2G, so die Befürchtung, werde das Weihnachtsgeschäft jetzt versauen.

2G im Handel* - ist das berechtigt? Eine Studie der Technischen Universität in Berlin aus dem Februar 2021 hat bewiesen, dass der Einzelhandel nicht zu den Infektionsherden in der Corona-Pandemie gehört. Der R-Wert liege laut der Studie bei 1,1 - eine Person steckt im Schnitt 1,1 weitere Personen an. Zum Vergleich: In einem Großraumbüro, in dem Menschen ohne Maske arbeiten, liegt der R-Wert bei 8.

Bleibt noch die Frage, welchen Einfluss das Fernbleiben der Ungeimpften haben wird. In NRW sind nach Angeben des Bundesgesundheitsministeriums 71,9 Prozent der Menschen vollständig und 75,4 Menschen mindestens einmal geimpft. Es bleibt abzuwarten, inwiefern das Fehlen der 24,6 Prozent der Ungeimpften dem Handel im Weihnachtsgeschäft schaden. *RUHR24 und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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