Corona-Pandemie

Anzahl der Corona-Schließungen in NRW-Kitas steigt dramatisch

In Dortmund sind es sechs, in NRW hunderte: Die Anzahl der Kitas, die corona-bedingt schließen müssen, steigt dramatisch.

NRW/Dortmund - Seit Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen immer weiter an. Doch bislang sollen Kitas und Schulen - soweit möglich - flächendeckend geöffnet bleiben. Für einige Experten gelten die Einrichtungen weiterhin nicht als „Virenschleudern“. Doch die Anzahl der Kitas in NRW, die corona-bedingt schließen müssen, stieg zuletzt sprunghaft an.

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Kitas mehr als 10.000 Kindertageseinrichtungen
Betreuungsplätze623.331

NRW: Gründe für Kita-Schließungen in der Corona-Pandemie vielfältig

Es kann mehrere Gründe geben, warum eine Kita in der Corona-Pandemie ganz oder auch nur teilweise schließen muss: Manchmal müssen nur einzelne Gruppen, manchmal die ganze Kita in Quarantäne. Mal liegt es an einem infizierten Kind, mal an einem positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter.

Teilweise ist es auch schlicht Personalmangel, der Kita-Leitungen nicht nur in NRW dazu zwingt, Einrichtungen tageweise zu schließen. Denn anders als in Vor-Corona-Zeiten wechseln Erzieher derzeit nicht einfach so zwischen den Gruppen hin und her, um Personalengpässe auszugleichen.

NRW: Familienminister garantiert Betreuung in der Kita auch in Corona-Zeiten

Trotz aller Schwierigkeiten und der steigenden Infektionszahlen garantierte NRW-Familienminister Joachim Stamp Familien, dass es eine Betreuung ihrer Kinder geben wird. Schulen und Kitas sollten nicht, wie schon einmal im Frühjahr, flächendeckend geschlossen werden. Grund dafür ist auch, dass Kinder, Kitas und Schulen nicht als Corona-Hotspots gelten. Laut WAZ geht auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck davon aus, dass Kinder nicht „die großen Virenschleudern“ seien.

Im August starteten die Kitas so auch wieder mit dem Regelbetrieb. Doch Mitte November schickte die Gewerkschaft Verdi schließlich einen Hilferuf an Joachim Stamp: Viele Kita-Beschäftigte stünden in NRW vor dem Kollaps. Von Personalengpässe und Überleistungssituationen aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen war die Rede. Dennoch blieb es dabei: Kitas (und auch Schulen) sollten geöffnet bleiben.

NRW und Dortmund: Corona zwingt immer Kitas zu schließen

Doch wie so oft zeigt die Corona-Pandemie ihre ganz eigene Dynamik. Und so müssen derzeit trotz aller Bemühungen immer mehr Kitas coronabedingt schließen. Nach einem Bericht von Radio 91.2 sind allein in Dortmund aktuell sechs Kitas geschlossen. Ein halbes Dutzend geschlossene Kitas in einer Stadt, in der rund 180 Kindertageseinrichtungen zur Verfügung stehen, kommt noch lange keiner flächendeckenden Schließung gleich. Dennoch: NRW-weit sind die Zahlen der letzten zwei Monate beunruhigend.

So mussten in NRW im September noch nur 254 Kindertagesstätten schließen. Im Oktober sind es laut eines Berichts des NRW-Familienministers Stamp schon 788 Kitas gewesen, die wegen Corona ganz oder teilweise schließen mussten. Im November zählt der Minister bislang 759 (Stand 11. November) von Schließungen oder Teil-Schließungen betroffene Kitas in NRW auf. Bis zum Ende des Monats könnte sich die Zahl also noch deutlich erhöhen.

Ein sprunghafter Anstieg also, der in NRW einer Verdreifachung binnen eines Monats entspricht. In vielen anderen Kitas kann es zudem zu weiteren Einschränkungen kommen, die diese Bilanz nicht erfasst - wenn zum Beispiel Betreuungszeiten gekürzt werden müssen.

Rubriklistenbild: © Arno Burgi/dpa

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