Impf-Strategie

Coronavirus-Massenimpfungen in NRW wohl erst ab Sommer 2021

Die Meldung über Coronavirus-Impfstoffe weckte bei vielen Menschen Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Doch eine Massenimpfung wird in NRW wohl frühestens im Sommer 2021 beginnen.

NRW – Die Nachricht über gleich mehrere wirksame Impfstoffe schlug vor wenigen Tagen hohe Wellen. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie* wuchs sowohl bei der Bevölkerung als auch in der Politik. Doch noch steht ein langer Weg bevor – denn bis alle, die sich für eine Impfung entscheiden, den Wirkstoff auch bekommen können, werden einige Monate ins Land gehen.

Nun wurde bekannt, dass die Massenimpfung in NRW vermutlich erst Mitte 2021 starten werde, wie msl24.de* berichtet. Dies geht aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervor. Die Meldung bezieht sich auf eine „Skizze zur Impforganisation in Nordrhein-Westfalen“, die der dpa vorliegt.

Bundesland:NRW
Bevölkerung:17,93 Millionen (2019)
Hauptstadt:Düsseldorf

Coronavirus-Lage in NRW: Massenimpfung erst Mitte 2021?

Während die breite Masse der Bevölkerung demnach erst ab Sommer 2021 den Impfstoff erhalten solle, sei jedoch eine frühere Impfung für bestimmte Gruppen vorgesehen – dies betreffe „vulnerable Gruppen“ sowie medizinisches Personal in Krankenhäusern und Pflegepersonal in Heimen. Diese Frühphase der Impfung würde in NRW bereits ab Dezember beginnen.

Ab März würden dann Beschäftigte der kritischen Infrastruktur sowie ambulant tätige Pflegekräfte und medizinisches Personal in NRW gegen das Coronavirus geimpft werden. In dieser ersten Phase würden somit rund 900.000 Menschen die Impfung erhalten, 150.000 davon seien Mitarbeiter aus Krankenhäusern.

Coronavirus-Impfstoff: NRW plant Impfungen vor Ort in Pflegeheimen

Bewohner in Alten- und Pflegeheimen würden vor Ort in ihren Heimen oder Wohnungen geimpft, wie aus der Skizze des Ministeriums weiter hervorgeht. Dieses Vorgehen hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bereits bei einer früheren Pressekonferenz als mögliche Vorgehensweise beschrieben. Denkbar sei es, so Laumann damals, dass zum Beispiel Ärzte, die sowieso in Pflegeheimen die Bewohner behandeln, diese dann auch vor Ort impfen würden.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz.

Coronavirus in NRW: Ansturm auf den Impfstoff ab März 2021 erwartet

Der Bund sieht vor, in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Impfzentrum aufzubauen. Auch im Münsterland in NRW sind fünf Impfzentren geplant.* Der größte Ansturm auf diese Zentren, die sich momentan noch in der Planungsphase befinden, werde ab März 2021 erwartet, heißt es in der Skizze weiter.

„Der Impfstoff wird vom Bund gekauft, bezahlt und auf die Bundesländer verteilt“, erklärte der NRW-Gesundheitsminister Laumann bei einer früheren Pressekonferenz die Impfstrategie. Die Bundesländer haben dabei für die nötige Impf-Ausrüstung zu sorgen, so Laumann weiter – also „Nadeln, Spritzen und alles, was dazugehört.“ Die Größe der Impfzentren sowie dessen Ausstattung orientiere sich dabei an der Bevölkerungszahl eines Landkreises beziehungsweise einer kreisfreien Stadt wie zum Beispiel Münster, wo die Feuerwehr bei der Errichtung des Impfzentrums hilft.*

„In der Startphase – mit nur einem Impfstoff (Biontech) und einer höheren Anzahl der aufsuchenden Impfungen – müssen etwa 10.000 Impfungen/Monat/100.000 Einwohner in der Impfstelle ermöglicht werden“, heißt es dazu in der Skizze. Derweil steht das Impfzentrum in Münster schon bald in den Startlöchern – doch es gibt noch einen Haken.* Ergänzung: Am 21. Dezember wurde der Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Newsticker zur Impfstoff-Lage in NRW. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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