Corona-Zahlen steigen weiter

NRW: Corona-Zahlen steigen erneut – auch wegen des Ukraine-Krieges

Die Corona-Zahlen steigen seit Tagen in NRW. Der Hausärzteverband schlägt nun Alarm.

NRW – Die Corona-Inzidenz in NRW steigt auch am Freitag (11. März) kontinuierlich an. Zwar nicht mehr so rasant, wie an den Tagen zuvor, aber sie steigt. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies sie am Freitag mit einem Wert von 1355,5 aus. Der Chef des Hausärzteverbands schlägt trotzdem Alarm. RUHR24* weiß, warum.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
ThemaCorona-Virus

Corona in NRW: Inzidenz steigt weiter – Hausärzte warnen vor Systemkollaps

Der Vorsitzende des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, blickt mit Sorge auf die steigenden Corona-Zahlen. „Die Positivtestungen schnellen gerade nach oben“, sagte Funken der Rheinischen Post. In der vergangenen Woche seien es vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahren gewesen, inzwischen folge die nächste Generation, also deren Eltern.

Die Befürchtung: „Es breitet sich in die Familien hinein aus. Wir erleben auch mit steigender Tendenz, dass sich die Großeltern bei den Enkeln anstecken.“ Gerade die ältere Altersgruppe ist immer mal wieder von schweren Corona-Verläufen betroffen. Zwar ist die Impfquote bei den älteren Bürgern hoch und es gibt überwiegend milde Verläufe, „jedoch betrifft das genau die Menschen, die es besonders zu schützen gilt“, sagt Dortmunds Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner zu einem Corona-Anstieg im Februar*.

NRW: Corona-Zahlen steigen und könnten für einen Kollaps der Hausärzte sorgen

Der Chef des Hausärzteverbands versichert, dass die Gesundheitsversorgung noch gesichert sei. Er betont aber, dass zunehmend Arztpraxen schließen, weil das Personal sich angesteckt hat. „Wir laufen erneut auf eine massive Belastung und Engpässe im Gesundheitswesen zu.“

Und weiter: Die Belastung der kritischen Infrastruktur, die ja schon lange vermutet wurde, scheine jetzt zu greifen. Oliver Funken vermutet als Grund für den starken Corona-Anstieg die Karneval-Aktivitäten Ende Februar. „Omikron hat Karneval mitgefeiert.“

Laut Angaben der DPA kann ein Karneval-Effekt nur vermutet, aber nicht belegt werden. In Köln, das in den Tagen nach Karneval rasante Zuwächse bei den Neuinfektionen erlebt hatte*, sank die Inzidenz nun recht deutlich. Das RKI stellte am Freitag einen Wert von 2543,2 fest. Am Donnerstag war mit 2784,6 deutlich mehr verzeichnet worden. Die Millionenstadt liegt damit dennoch weiterhin an der Spitze in NRW.

Der Hausärzteverband befürchtet ein Kollaps des Gesundheitssystems.

Corona in NRW: Hausärztechef fordert Impfungen für Ukraine-Flüchtlinge

Verbandschef Oliver Funken fordert in der Rheinischen Post ein zügiges und konsequentes Impfen der ankommenden Flüchtlinge aus der kriegsgebeutelten Ukraine*: „Wir können es uns nicht leisten, dass wir hier im Zuge des Fluchtgeschehens einen massiven Delta-Ausbruch bekommen. Die Gefahr sehe ich eindeutig.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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