Aktuelle Situation

NRW: Corona-Zahlen explodieren – aber regionale Inzidenzen klaffen auseinander

Das Coronavirus hat NRW wieder voll im Griff. Die Inzidenz liegt zwar deutlich unter dem Bundesschnitt. Innerhalb einer Woche stieg der Zahl der Neuinfektionen aber massiv an.

NRW – Die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz geht mit gefährlich großen Schritten auf einen Wert von 400 zu. Am Montag (22. November) meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 386,5 (Vortag: 372,7). Nordrhein-Westfalen* liegt hinsichtlich des Inzidenzwertes zwar noch weit dahinter, bei den Corona-Neuinfektionen zeichnet sich aber weiterhin ein deutlicher Negativ-Trend ab, wie RUHR24* berichtet.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Sieben-Tage-Inzidenz229,1 (22. November)
Hospitalisierungsrate3,92 (22. November)

Corona-Lage in NRW: Inzidenz klettert auf 229,1 – über 40.000 Neuinfektionen

Die Lage im bevölkerungsreichsten Bundesland wird immer ernster. Während die Politik mit strengeren 2G-Regeln versucht, das Infektionsgeschehen irgendwie in den Griff zu bekommen*, breitet sich die Pandemie weiter wie ein Lauffeuer aus. Laut RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag in NRW bei 229,1 (Vortag: 219,8). Aber was bedeutet dieser Wert in konkreten Zahlen?

Binnen der letzten 24 Stunden haben die Gesundheitsämter dem Institut 3.657 neue Infektionen mit dem Coronavirus* gemeldet. Das sind 1.479 Fälle mehr als noch am vergangenen Montag (15. November).

Noch deutlicher zeigt sich die dramatische Entwicklung in NRW, wenn man sich die Zahlen der vergangenen Woche (ab 15. November) sowie die Zahlen in der Woche davor anschaut. Seit vergangenen Montag gab es in den nordrhein-westfälischen Städten und Kreisen insgesamt 41.072 neue Corona-Fälle. Ein Blick auf die Neuinfektionen in der Vorwoche (ab dem 8. November) verrät: Innerhalb von sieben Tagen hatte das RKI damals 31.760 neue Corona-Infektionen gemeldet – das ist ein Anstieg von fast 10.000 Fällen.

Corona-Lage in NRW entwickelt sich dramatisch: Inzidenz in den Städten klafft auseinander

Die Inzidenzen in den einzelnen Städten und Kreisen in NRW klaffen mittlerweile weit auseinander. So gibt es Städte in denen die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei unter 200 liegt. Dazu zählen laut dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) unter anderem Münster (131,2), Euskirchen (151,3), Soest (113,6) sowie Oberhausen (176,6) und Recklinghausen (169,2) im Ruhrgebiet*. Nur Bottrop hat derzeit noch eine Inzidenz von unter 100 (89.4).

In vielen anderen Städten und Kreisen in NRW steigen die Corona-Zahlen weiter dramatisch an*. Trauriger Spitzenreiter ist aktuell der Oberbergische Kreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 371,4 (Stand 22. November). Leverkusen folgt mit einem Wert von 357,5 – ihren einstigen Negativ-Rekord vom 26. April 2021 (264,2) hat die Stadt am Rhein damit bereits längst gebrochen (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Über einer Inzidenz von 300 oder nur knapp darunter liegen außerdem:

  • Gütersloh (350,6)
  • Köln (300,9)
  • Düsseldorf (292,3)
  • Rhein-Erft-Kreis (279,4)
  • Bielefeld (279,2)

In NRW gilt die 2G-Regel: Wie steht es um die wichtige Hospitalisierungsrate?

Wichtig: Der Inzidenzwert entscheidet in Deutschland nicht mehr über weitere Corona-Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Hospitalisierungsrate in NRW, die ab einem bestimmten Schwellenwert* (3,0; 6,0 und 9,0) über weitere Schritte entscheidet. In Nordrhein-Westfalen lag dieser Wert am Montag laut LZG bei 3,92. Im Bundesland gilt dementsprechend die 2G-Regel für den Freizeitbereich*.

Die Corona-Zahlen in NRW entwickeln sich dramatisch. Hendrik Wüst (CDU) will beim Impfen für Tempo sorgen.

Ab einer Rate von 6,0 wäre die nächste Maßnahme 2G plus – Genesene sowie Geimpfte müssen dann zum Beispiel in der Gastronomie zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen.

Beim Thema Impfungen will NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst derweil für mehr Tempo sorgen. Laut Impfdashboard erhielten bislang rund 13,4 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung. Das sind 74,65 Prozent der NRW-Bevölkerung. Vollständig geimpft waren den Daten zufolge am Montag 71,4 Prozent. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/DPA, Ina Fassbender/AFP; Collage: RUHR24

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