Pandemie-Folgen

Corona: Stornierte Weihnachtsfeiern machen NRW-Gastwirte zu schaffen

Die NRW-Gastronomie steht erneut vor einem Kollaps – Bürger stornieren in Massen ihre Weihnachtsfeiern. Und das ist nicht das einzige Corona-Problem.

Dortmund – Bars, Restaurants und Cafés in NRW stehen schon wieder vor einem Scherbenhaufen. Die aktuelle Corona-Lage, der Winter, die neuen 2G-Regeln mit drohendem Gastro-Lockdown – viele Betriebe gehen seit Wochen auf dem Zahnfleisch. Nun berichtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sogar von massenhaft stornierten Buchungen wegen gestrichener Weihnachtsfeiern.

GewerkschaftGewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
GründungMai 1949, München
VorsitzenderGuido Zeitler

Corona-Effekt in NRW: Gastronomie vor dem Kollaps

Den Corona-Effekt merkt man im Gastgewerbe nicht nur anhand der leeren Tische in den Restaurants – auch viele Hotelbetten bleiben aktuell leer. Längst müssen erste Betriebe ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, berichtet die NGG Dortmund. Dort würden Angestellte dann nur noch 60 Prozent ihres ohnehin dürftigen Lohns bekommen. Die Folge: „Wer in Kurzarbeit geschickt wird (...), der macht das, was jeder machen würde: Der guckt sich woanders um“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Der Corona-Teufelskreis wirbelt seit Monaten durch Bars, Restaurants und Cafés. Viele Gastronomie-Beschäftigte seien in der Corona-Pandemie bereits in andere Branchen abgewandert. Besonders in den Handel und in die Industrie – oft in Drogeriemärkte oder in die Lebensmittelindustrie, heißt es von der NGG.

Personal in NRW-Gastro wandert während Pandemie in Massen ab

Zahlen aus Dortmund belegen die bedenkliche Abwanderung von Personal im Gastgewerbe: Vor der Pandemie – im Dezember 2019 – hätten in Dortmund noch 14.100 Menschen im Hotel- und Gaststättengewerbe gearbeitet. Mittlerweile sei die Zahl der Beschäftigten allerdings um 22 Prozent zurückgegangen. Das gehe aus der aktuellsten Statistik der Arbeitsagentur aus dem Frühjahr hervor, so die NGG. Inzwischen dürfte sich die Lage laut der Gewerkschaft weiter verschlechtert haben.

Um den Trend zu stoppen, fordert die NGG vor allem bessere Löhne für Beschäftigte. Zumindest eine drohende Kurzarbeit könnten die Beschäftigten in Pandemie-Zeiten finanziell besser ertragen. Die NGG fordert einen Stundenlohn von „12 Euro plus X“. Der Mindestlohn in Deutschland liegt aktuell bei 9,60 Euro.

Jetzt, so Torsten Gebehart, seien die Arbeitgeber am Zug. Am 15. Dezember startet die nächste Verhandlungsrunde mit den im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) zusammengeschlossenen Arbeitgebern. Dort fordern die Arbeitnehmer nicht nur mehr Lohn, sondern auch bessere Aufstiegs- und Ausbildungschancen.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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