Insgesamt mehr Sterbefälle

NRW: Toten-Statistik für 2020 offenbart traurige Veränderung

In NRW gab es im vergangenen Jahr mehr Todesfälle als in den drei Jahren zuvor. Vor allem in einer Altersgruppe gab es mehr Verstorbene.

NRW – Das Pandemiejahr 2020 hat seine Spuren hinterlassen. In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen gestorben als durchschnittlich in den drei Jahren zuvor. Insgesamt starben in 2020 landesweit 214.313 Menschen. Das teilte das Statistikamt IT.NRW am Freitag (23. Juli) mit.

Statistisches LandesamtLandesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW)
HauptsitzDüsseldorf
Gründung1. Juli 1948

Corona-Jahr 2020: Insgesamt 3,3 Prozent mehr Todesfälle in NRW als in den Vorjahren

Zum Vergleich: In den Jahren von 2017 bis 2019 gab es in NRW im Durchschnitt 207.487 Sterbefälle. Der Zuwachs lag im vergangenen Jahr demnach bei 3,3 Prozent. Diese Zunahme gehe laut Statistik vor allem auf einen Anstieg der Todesfälle in der Altersgruppe „80 Jahre und älter“ zurück. In Prozenten ausgedrückt waren es 7,2 Prozent mehr im Vergleich zum Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Gleichzeitig weist das Statistikamt jedoch darauf hin, dass die Anzahl der Menschen im Alter von 80 Jahren und mehr im Jahr 2020 auch um 8,3 Prozent über dem Durchschnitt der drei Vorjahre lag.

In den jüngeren Altersgruppen– die unter 80-Jährigen – war den Angaben zufolge im Corona-Jahr hingegen ein Rückgang bei den Todeszahlen festzustellen. Demnach sind in diesen Gruppen in NRW 2020 weniger Menschen als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 gestorben.

NRW: Schwankungen bei den Todesfällen – ein Monat sticht heraus

Insgesamt habe es bei der Zunahme der Todesfälle im Jahresverlauf einige Schwankungen gegeben. Dabei lässt sich festhalten, dass die Zahl der Verstorbenen in den ersten drei Monaten in Nordrhein-Westfalen unter dem Niveau des Vergleichszeitraums von 2017 bis 2019 lag. Allerdings sind die Todesfälle im April um 7,2 Prozent gestiegen, wenn man sie mit den Aprilmonaten der vorherigen Jahre vergleicht. Die Zahlen sind hier jedoch nicht ausschließlich auf Corona-Pandemie zurückzuführen.

2020 im Vergleich zu 2017 bis 2019: Veränderung der Zahl der Sterbefälle in Nordrhein-Westfalen

MonatVeränderung gegenüber 2017 bis 2019
Januar- 5,3 Prozent
Februar- 7,2 Prozent
März- 5,3 Prozent
April+ 7,2 Prozent
Mai+ 0,2 Prozent
Juni+ 2,4 Prozent
Juli- 4,1 Prozent
August+ 10,4 Prozent
September+ 6,0 Prozent
Oktober+ 5,3 Prozent
November+ 12,0 Prozent
Dezember+ 21,7 Prozent

Anders sieht es aus, wenn man sich das Jahresende anschaut. Den Zahlen zufolge gab es den höchsten prozentualen Anstieg bei den Sterbefällen nämlich im Dezember. In diesem Monat lag die Zahl der Toten in NRW 21,7 Prozent über dem Durchschnitt der Dezembermonate der Jahre 2017 bis 2019.

Es sei unwahrscheinlich, dass das Ansteigen nicht coronabedingt sei, sagte ein Sprecher des Landesamtes gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Vor allem die höheren Zahlen in den Monaten Dezember und auch November mit einem Plus von 12 Prozent deuteten klar darauf hin. Insgesamt sind in NRW bislang (Stand 23. Juli) 17.268 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben (mehr Corona-News aus NRW bei RUHR24).

Todesfälle in NRW: regionale Unterschiede im Vergleich zu 2017 bis 2019

Auch regional zeigen sich innerhalb von Nordrhein-Westfalens Unterschiede bei den Todesfällen im vergangenen Jahr. Von allen kreisfreien Städten und Kreisen des Landes gab es demnach in Remscheid mit 9,2 Prozent den höchsten prozentualen Anstieg im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019.

Den stärksten Rückgang bei den Sterbefällen verzeichnete der Hochsauerlandkreis mit 3,8 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre.

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