Gesundheitsminister beraten sich

3G-Regel in NRW: Beschäftigten droht in manchen Jobs jetzt Testpflicht

Corona-Test
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In NRW droht Beschäftigten die Corona-Testpflicht.

In NRW gilt bei den meisten Anlässen und Veranstaltungen die 3G-Regel. Am Arbeitsplatz soll es demnächst womöglich ebenfalls strenger zugehen. Die Testpflicht droht.

NRW – In Deutschland sind rund 65 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus* geimpft, in NRW sind es mit 68,7 Prozent ein paar Prozentpunkte mehr (Stand 10. Oktober). Diese Zahlen reichen für die angestrebte Herdenimmunität aber nicht aus. Bund und Länder wollen mehr Menschen zur Impfung bewegen. Demnächst könnte deshalb eine Testpflicht für Beschäftigte gelten, verrät RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Corona-Geimpfte (einmal)73,1 Prozent (Stand 10. Oktober)
vollständig geimpft68,7 Prozent (Stand 10. Oktober)

In NRW gilt 3G-Regel – Beschäftigten droht bald vielleicht die Corona-Testpflicht

Die 3G-Regelung greift in Nordrhein-Westfalen* bereits seit einigen Monaten. Sie gibt vor, dass unter anderem der Besuch im Kino, Restaurant oder beim Friseur nur möglich ist, wenn man geimpft bzw. genesen ist oder einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Die Regel gilt bislang allerdings nur für Kunden und Kundinnen. Jetzt könnte es auch den Mitarbeitern in den jeweiligen Betrieben an den Kragen gehen.

Laut einem Beschlussentwurf, der unter anderem Business Insider vorliegt, könnte die 3G-Regel schon bald auch am Arbeitsplatz gelten. In dem Papier heißt es demnach: „Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Be­sucherinnen und Besucher oder sonstige externe Personen, sondern auch für Be­schäftigte gelten soll.“

Bund und Länder beraten sich über Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz – bundesweite Einigung?

Den Informationen zufolge wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in diesem Zusammenhang bereits am Montag (11. Oktober) auch über eine bundesweite Testpflicht von „Beschäftigten in Unternehmen mit Publikumsverkehr“ beraten (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

Das Thema liegt jedoch nicht zum ersten Mal auf dem Tisch. Bereits im September kam die Diskussion über eine Testpflicht am Arbeitsplatz auf. Einigen Ländern ging eine verbindliche Pflicht für alle Beschäftigten allerdings zu weit. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Der Beschlussentwurf für die erneuten Beratungen soll nun entschärft worden sein – eine bundesweite Einigung könnte folgen.

Corona-Schnelltests sind jetzt nicht mehr gratis – Testpflicht könnte teuer werden

Für betroffene Arbeitnehmer könnte eine Testpflicht teuer werden. Seit Montag (11. Oktober) gibt es kostenlose Corona-Tests nämlich nur noch in Ausnahmefällen*. Die Schnelltests bekommen diejenigen gratis, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen das Virus impfen lassen können oder für die es erst seit Kurzen eine Impfempfehlung gibt, wie Schwangere oder Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

„Wer nicht geimpft ist, muss sich absehbar regelmäßig testen lassen, wenn er in Innenräumen mit anderen Menschen zusammentrifft“, heißt es dazu im Beschluss von Bund und Ländern. Diese Regel soll nun eben auch für Beschäftigte gelten, die beispielsweise in Cafés, Restaurants, Kinos oder auch beim Friseur oder Kosmetikstudio mit Kunden oder Kundinnen in Kontakt kommen.

Video: Ansteckung trotz Corona-Impfung

Bald Corona-Testpflicht für Beschäftigte in NRW? Länder können selbst entscheiden

Die aktuelle Beschlussvorlage soll an dieser Stelle jedoch einen gewissen Spielraum geben. „Über die Häufigkeit von Testnachweisen sowie die Möglichkeit von gleichwertigen alternativen Maßnahmen kann für jeden Bereich einzeln entschieden werden.“ Würde bedeuten: Wurden Beschäftigte bereits gegen Corona geimpft und können das per Impfausweis nachweisen oder sind genesen, gilt für sie auch keine Testpflicht am Arbeitsplatz. Ungemütlich wird es demzufolge in erster Linie für Ungeimpfte.

Die endgültige Entscheidung über die Testpflicht sollen jedoch die Länder selbst treffen können. Laut dem Papier werde die „Testvorlagepflicht für die Beschäftigten mit Kundenkontakt“ durch Landesrecht erlassen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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