Die Pandemie und ihre Folgen

Corona in NRW: Studenten sollen Schülern jetzt bei psychischen Folgen helfen

Corona sorgt bei Schülern für seelischen Stress. Jetzt soll ein Projekt im Ruhrgebiet helfen

Bochum – Kein normaler Schulunterricht, der dauerhafte Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling sowie das Wirrwarr um die Corona-Tests in den Schulen – Schülerinnen und Schüler in NRW leiden vermehrt unter psychologischem Stress. Helfen sollen jetzt Psychologiestudierende aus dem Ruhrgebiet – und zwar aus Bochum.

StadtBochum
BundeslandNRW
Einwohner364.628 (Stand 2019)

Corona in NRW: Studenten helfen in Workshops Schülern aus der Psycho-Krise

Wie der WDR berichtet, hat der Psychologie-Lehrstuhl der Ruhr-Universität Bochum ein Pilotprojekt gestartet, in dem Studierende Workshops in 13 Klassen an Bochumer Schulen leiten. Knapp 300 Kinder sprechen gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten über ihre Sorgen im Alltag, über Probleme und bekommen Hilfestellungen und Lösungsvorschläge von Mitschülern oder den Studierenden.

„Wir möchten gegen den Corona-Blues ankämpfen“, sagt Psychotherapeutin Kathrin Schopf, die das Pilotprojekt leitet, gegenüber dem WDR. Das Angebot werde dankbar angenommen.

Corona in NRW: Schüler sind durch Wechselunterricht und Quarantäne im Stress

Das Bochumer Team halte es für denkbar, dass dieses Projekt deutschlandweit angewendet werden könne. Die Corona-Pandemie belaste nach wie vor die Kinder und Jugendlichen massiv. Laut einem Schreiben der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina überwinden zwar viele Heranwachsende die Belastung und den Stress, manche Kinder jedoch leiden auch kurz-, mittel- oder langfristig unter den erlittenen Belastungen und Defiziten.

Vor allem fehle der regelmäßige Kontakt zu Gleichaltrigen. Sowohl Kinder als auch Jugendliche, die sich noch in der Entwicklung befinden, bräuchten den Kontakt zu Gleichaltrigen, beispielsweise um soziale Interaktion außerhalb der Familie zu lernen, heißt es bei der Wissenschaft-Sendung Quarks.

Schüler leiden vermehrt unter Corona-Stress. Studenten sollen in Bochum helfen.

Schule und Corona: Schüler sind gestresst – Quarantäne-Regeln verwirren

Auch im Januar 2022, fast zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie in NRW, sind immer wieder Schulen geschlossen. Allein in Dortmund waren in der vergangenen Woche zehn Schulen dicht. Schülerinnen und Schüler können laut den aktuellen Corona-Quarantäneregeln zwar schon deutlich früher aus der Isolation zurückkehren, dennoch sind sie mindestens fünf Tage von Homeschooling betroffen oder fallen komplett aus (mehr News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).

Deswegen fordern Experten ein rasches Ende der Quarantänemaßnahmen für Schüler und Kita-Kinder. „Kontaktpersonen gehören bei regelmäßiger Testung und negativem Ergebnis in die Kita oder in die Schule. Für sie sollte die Quarantänepflicht aufgehoben werden, wo sie noch besteht“, sagt Tobias Tennenbaum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Corona in NRW: Fast jedes dritte Kind leidet unter Psycho-Stress während der Pandemie

Ein Schulleiterin aus dem Ruhrgebiet sagte gegenüber dem WDR, dass sie noch nie so viele Kinder mit Angststörungen und Depressionen gesehen habe.

Laut einer Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leide fast jedes dritte Kind in Deutschland unter psychischen Auffälligkeiten während der Pandemie. In Bochum sollen jetzt die Studierenden dafür sorgen, dass es den Kindern und Jugendlichen schnell wieder besser geht.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/DPA; Collage: RUHR24