Neue Corona-Verordnung

NRW verkürzt Corona-Genesenenstatus – wie lange man jetzt als genesen gilt

Gilt man drei oder sechs Monate lang als Corona-genesen? Das NRW-Gesundheitsministerium klärt auf.

NRW – Auf Deutschland und NRW kommen in den nächsten Wochen umfassende Corona-Lockerungen zu. Der Bund und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben am Mittwoch (16. Februar) einen Drei-Punkte-Plan auf den Weg gebracht*, der bis zum 20. März weitreichende Öffnungsmaßnahmen beinhaltet. RUHR24* weiß, dass in NRW eine kleine Änderung ab sofort greift – es geht um den Genesenenstatus.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefHendrik Wüst (CDU)

NRW: Corona-Genesenenstatus gilt drei statt sechs Monate – Anpassung nach Gerichtsurteil

In Nordrhein-Westfalen gilt der Genesenenstatus nach einer Corona-Infektion ab sofort nur noch drei Monate lang. Das hat das Gesundheitsministerium in einer neuen Corona-Verordnung festgelegt. Sie gilt seit Donnerstag (17. Februar). Damit richtet sich NRW nach den Vorgaben des Bundes.

Wie der WDR berichtet, reagierte das Ministerium damit auf eine Entscheidung des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Richter hatten in der zuvor geltenden Corona-Verordnung einen formalen Fehler entdeckt.

Corona in NRW: Genesenenstatus festgelegt – ehemals Corona-Infizierte gelten drei Monate als gesund

Dieser Fehler führe dazu, dass für alle NRW-Coronaregeln* der Genesenenstatus weiterhin sechs Monate betrage und nicht nur drei. Grund dafür sei ein Verweis auf eine alte Regelung der Bundesregierung gewesen.

Das Gesundheitsministerium um Minister Karl-Josef Laumann (CDU) habe laut WDR umgehend reagiert und noch am Mittwoch (16. Februar) eine neue Verordnung ausgearbeitet. Diese behebt den formalen Fehler, den das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entdeckt haben will. Die NRW-Verordnung verweist nun auf die Bundesregelung mit dem dreimonatigen Genesenenstatus.

Den Genesenenstatus legt also künftig die Bundesregierung fest und nicht mehr – wie in den vergangenen Monaten – das Robert Koch-Institut (RKI). Das teilte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) während der Pressekonferenz im Anschluss an den Corona-Gipfel mit.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) teilte am Mittwoch (16. Februar) mit, dass der Genesenenstatus künftig vom Bund verantwortet wird.

Corona in Deutschland: Unmut um Genesenenstatus – RKI wird von Aufgabe entbunden

Hintergrund ist der Unmut darüber, dass das RKI den Status zunächst weitgehend unbemerkt von sechs auf drei Monate verkürzt hatte*. Viele verloren damit das Recht, in Bars oder Restaurants zu gehen, heißt es bei der DPA. Der Vorwurf: Er sei nicht genügend kommuniziert worden.

Später dann präzisierte das RKI die Vorgaben noch einmal. „Diese Vorgaben betreffen ausschließlich vor und nach der durchgemachten Infektion nicht geimpfte Personen“, stellte die Behörde am 3. Februar auf ihrer Homepage klar.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler geriet in die Kritik. Scholz betonte grundsätzlich: „Ich habe großes Vertrauen in das RKI.“ Auch dem in die Kritik geratenen RKI-Chef Lothar Wieler bescheinigte er eine „verdienstvolle Arbeit“. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken, Rolf Vennenbernd/dpa; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema