Düren, Dortmund und Duisburg

NRW: Corona-Schulschließungen - Maischberger verliert bei Armin Laschet die Fassung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet war zu Gast beim Polit-Talk „Maischberger. Die Woche“ in der ARD. Beim Thema Schulschließungen wegen Corona in NRW verliert Moderatorin Sandra Maischberger die Fassung.

Düsseldorf - In knapp 20 Minuten sprachen Moderatorin Sandra Maischberger (54) und CDU-Politiker Armin Laschet (60) am Mittwoch (17. März) über die aktuellen Themen rund um das Coronavirus in der ARD.

MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
ModeratorinSandra Maischberger
TV-SendungMaischberger. Die Woche (ARD)

NRW: Armin Laschet spricht bei Sandra Maischberger in der ARD über Themen rund um Corona

Ein von Armin Laschet geäußerter Satz, bei dem es eigentlich um das Thema Eigeninitiative von Ärzten bei Impfungen ging, bekam im Nachhinein eine immense Relevanz und entwickelte sich zum Bumerang für den Politiker. „Machen! Wenn ihr es könnt, wenn es verantwortbar ist, machen. Nicht immer rückfragen, nicht immer die ganze Bürokratie und so“, sagte Armin Laschet (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Kurioserweise sagte der Ministerpräsident diesen Satz kurz bevor Moderatorin Sandra Maischberger zu dem in NRW aktuell wohl brisantesten Thema – den erneuten Schulschließungen – kam. Denn die Städte Düren, Duisburg und Dortmund hatten Versuche unternommen, eigenmächtig die Schulen zu schließen. Das hatte die Landesregierung abgelehnt.

Sybille Haußmann, Schuldezernentin der Stadt Düren, wurde mit einem Statement zu der Lage in der Stadt eingeblendet. Sie sei fassungslos. Hunderte von Schülern würden wieder in Bus, Schule und Stadt kommen. Das werde alles schwerer machen, das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen.

Sandra Maischberger fragte Armin Laschet daraufhin, ob nicht vielleicht auch eine Schuldezernentin vor Ort es besser wissen könne als die NRW-Landesregierung, die den Städten die Schulschließungen untersagt hat.

NRW: Armin Laschet beim Thema Corona und Schule keine Einmischung der Städte

„Nein, sie weiß es nicht“, antwortete Armin Laschet und holte aus, sprach über Kindesgefährdung, da Kinder seit Weihnachten nicht mehr gesehen worden seien. Zudem hätten sich Bund und Länder darauf geeinigt, Schulen und Kitas mit guten Konzepten, wie Wechselunterricht, wieder zu öffnen. Konkret auf die Aussagen der Schuldezernentin ging der Politiker nicht ein.

Sandra Maischberger hakte ein und verlor genau zu diesem Zeitpunkt die Fassung. „Mit guten Konzepten? Das muss ich jetzt mal als Mutter sagen“, fing die Moderatorin an. Es gäbe keinen guten Wechselunterricht. Lehrer seien nicht zahlreich genug vorhanden. Es gäbe keine Teststrategie, keinen richtigen Online-Unterricht. Es würde einfach nicht funktionieren. „Entschuldigung, ich rege mich gleich wieder ab“, beendete die Moderatorin ihre Tirade.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs fragte Sandra Maischberger, wie vertrauensvoll das Bild der Politik aktuell sei, wenn Städte wie Dortmund, Düren und Duisburg („Egal wer jetzt recht hat!“) gegen Düsseldorf aufbegehren würden.

Das würde aus Sicht von Armin Laschet nicht gehen. Er würde dafür plädieren, die Dinge geordnet laufen zu lassen. Es würde nicht wie im Fall von Dortmund und Duisburg funktionieren, dass die Oberbürgermeister alles offen lassen und die Schulen schließen würden. Zudem sei es Fehl am Platz, so etwas via Mail oder Twitter zu verkünden und dann durchzuziehen.

Wird von Armin Laschet (CDU) kritisiert: Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister von Dortmund.

Der NRW-Ministerpräsident hätte sich eine geordnete und mit guten Argumenten belegte Anfrage gewünscht. Dann, so Armin Laschet, könne man auch die Schulen schließen. Das alles wirke etwas parteipolitisch.

Eigentlich hätten sich Bund und Länder auf eine Notbremse bei einer Inzidenz von 100 geeinigt. Am Donnerstag (18. März) liegen Düren (134,5) und Duisburg (122,7) über 100 und Dortmund (89,8) unter 100. Die Entwicklung ging in den vergangenen Tagen stets weiter nach oben. Am Donnerstag (18. März) hat auch die Stadt Wuppertal den Wunsch geäußert, die Schulen wieder zu schließen.

NRW: Dortmund und Duisburg können die Corona-Entscheidung von Armin Laschet nicht verstehen

Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, äußerte sich Mittwoch (17. März) im TV zu dem Thema Schulschließungen. Man habe alles abgewogen und könne die Schulen nicht weiter offen lassen. Über die Absage der Landesregierung sei er etwas verwundert. „Ich hätte erwartet, dass der Gesundheitsminister sich mit der Sache beschäftigt, dass wir eine Veränderung in der Pandemie sehen“, so Thomas Westphal.

Dortmund will ab dem 22. März die Schulen schließen. Das habe man bei der Landesregierung so beantragt. Man wolle in Dortmund aufgrund der britischen Mutation präventiv agieren und nicht warten, bis die Inzidenz von 100 erreicht sei.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) zeigte sich ebenfalls enttäuscht. Immerhin: Duisburg hat eine Inzidenz, bei der eigentlich die Notbremse gezogen werden könnte. Es sei sinnvoll die Schulen zu schließen, um Schüler, Lehrer und die Familien zu schützen. „Es ist vollkommen unverständlich, dass das Land diesen Plänen einen Riegel vorschiebt.“

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska, Marcel Kusch; dpa / Collage: RUHR24