Angepasstes Betreuungsverbot

Schule in NRW: Neue Corona-Regeln für Schüler und Lehrer wegen Lockerungen für Geimpfte

Beginn Abiturprüfungen
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Corona-Geimpfte haben in NRW wieder mehr Rechte. Die Änderungen betreffen auch Lehrer und Schüler.

Corona-Geimpfte und Genesene in NRW genießen wieder mehr Freiheiten. Die neue Regelung wirkt sich an den Schulen auch auf Lehrer und Schüler aus.

NRW – Es ist kein Negativtest mehr nötig und bei der Einreise nach NRW entfällt die Quarantäne: Diese zwei großen Änderungen gelten in Nordrhein-Westfalen seit Montag (3. Mai) für eine bestimmte Personengruppe. Die NRW-Landesregierung gibt Personen mit vollständigem Impfschutz sowie Corona-Genesenen wieder mehr Freiheiten* zurück, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Sieben-Tage-Inzidenz148,2 (Stand 5. Mai)
Corona-Erstimpfungen31,0 Prozent (Stand 4. Mai)

Mehr Rechte für Corona-Geimpfte in NRW: Änderung betrifft auch Lehrer und Schüler

Mit den zurückgewonnenen Rechten werden Corona-Geimpfte- und Genesene in NRW* fortan wie negativ getestete Personen behandelt. Weiter hieß es in der Mitteilung vom 1. Mai (Samstag), dass die Gleichstellung dieser Personengruppen auch eine Anpassung des Coronabetreuungsverbots (PDF) umfasse. Heißt im Klartext: Die neue Regelung betrifft auch Lehrer und Schüler an den Schulen in NRW.

Nach den Angaben der Landesregierung entfällt an den Schulen nun auch die Testpflicht sowie „das Erfordernis der Freitestung“. Sprich: Lehrer und Schüler, die eine Immunisierung gegen das Coronavirus* nachweisen können, sind von der viel diskutierten Testpflicht ausgenommen (mehr Corona-News aus NRW* im Live-Ticker auf RUHR24).

Impfschutz erst nach zweiter Corona-Impfung: Viele Lehrer in NRW wurden noch nicht geimpft

In NRW* dürfte dieser Fall aktuell jedoch nur selten eintreffen. Lehrer an Grund- oder Förderschulen gehören laut Impfreihenfolge zur Gruppe 2 (hohe Priorität). Die Impf-Aktion in dieser Priorisierungsgruppe soll laut dem NRW-Gesundheitsministerium bis Ende Mai abgeschlossen sein. Viele Lehrkräfte dürften bislang über eine Erstimpfung verfügen. Der vollständige Impfschutz ist in der Regel jedoch erst nach der Zweitimpfung gegeben.

Hinzukommt, dass Lehrer an anderen Schulen, wie weiterbildende Schulen und Berufsschulen, erst mit dem Impfstart für die Gruppe 3 (erhöhte Priorität) ein Angebot für eine Corona-Impfung bekommen*. Das Impfangebot für diese Personengruppe, zu der auch die über 60-Jährigen gehören, soll noch im Mai starten. Dementsprechend viele Lehrer können also weder eine Erstimpfung, geschweige denn einen vollständigen Impfschutz nachweisen.

Kein Corona-Impfstoff für Kinder: Schüler in NRW müssen warten

Die Situation der Schüler in NRW ist noch prekärer. Denn aktuell (5. Mai) gibt es noch keinen Corona-Impfstoff in Deutschland, der Kindern verabreicht werden könnte. Der deutsche Entwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer kündigten kürzlich an, die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter von zwölf bis 15 Jahren in der EU zu beantragen*.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich daraufhin bei einer Pressekonferenz in Berlin zuversichtlich. Der Politiker gehe davon aus, dass im Falle einer Zulassung, Kinder dieser Altersgruppe eine erste Immunisierung spätestens in den Sommerferien bekommen könnten. „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert“, sagte Spahn.

Video: Impfstoffzulassung für Kinder naht

Neue Rechte für Corona-Geimpfte in NRW: Nur wenige Lehrer und Schüler profitieren davon

Von den neuen Freiheiten für Corona-Geimpfte- und Genesene können Lehrer und Schüler in NRW aus den genannten Gründen deshalb vorerst nur wenig profitieren. Eine Ausnahme bilden hier jedoch Kinder und Jugendliche oder Lehrkräfte, die bereits eine Corona-Infektion hinter sich haben. Die Infektion oder Erkrankung darf in diesem Fall maximal sechs Monate zurückliegen. Andernfalls müssen diese Personen mindestens eine Impfstoffdosis vorweisen können. Sprich: Die neuen Rechte können dadurch aktuell nur Lehrer erlangen.

Für sie entfallen dementsprechend die Testungen in der Schule. „Der Nachweis einer Immunisierung gemäß Paragraf 4 Absatz 5 der Coronaschutzverordnung steht dem Nachweis eines negativen Testergebnisses gleich“, heißt es dazu in dem angepassten Coronabetreuungsverbots.

Schüler und Lehrer, die keinen vollständigen Impfschutz gegen Corona nachweisen können, werden auch weiterhin wöchentlich zwei Corona-Selbsttests machen müssen. So schreibt es die Corona-Test-und-Quarantäneverordnung vom 8. April 2021 vor.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) möchte die Schüler in NRW schnell wieder in den Präsenzunterricht schicken.

Schüler und Lehrer in NRW weiterhin im Distanzunterricht – Ministerin Gebauer macht Druck

Voraussetzung hierbei ist jedoch, dass der Unterricht nicht im Homeschooling, sondern vor Ort in den Klassenzimmern stattfindet. Wegen der bundesweit geltenden Corona-Notbremse* sind die meisten Schulen in NRW allerdings nach wie vor im Distanzunterricht. Gegenüber der WAZ machte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) deutlich, dass Schüler zurück in die Schulen sollen, sobald es die sinkenden Corona-Zahlen wieder möglich machen.

Erst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter einem Wert von 165 liegt, können die Schulen in NRW wieder Unterricht im Wechselmodell anbieten. Gebauer sagte, sie wolle den Schülern so schnell wie möglich wieder Präsenzunterricht anbieten, da sie das für die beste Unterrichtsform halte. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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