Nach großer Bund-Länder-Konferenz

Corona-Lockerungen in NRW: Wie Armin Laschet die neuen Regeln umsetzen will

Bund und Länder wollen im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen Kurs fahren. Mehr Öffnungen und mehr Tests sind geplant. Armin Laschet gibt einen Ausblick für NRW.

Nordrhein-Westfalen - Es wurde ein langer Abend, aber am Ende des großen Corona-Gipfels stellten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs einen neuen Plan samt zukünftiger Schritte in der Corona-Pandemie vor.

Armin LaschetMinisterpräsident Nordrhein-Westfalen
ParteiCDU
Geboren18. Februar 1961 in Aachen

Neue Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern: Laschet will Pläne in NRW schnell umsetzen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) informierte noch in der Nacht nach den stundenlangen Beratungen in einer Pressekonferenz über die Beschlüsse. Es sei eine der längsten Ministerpräsidentenkonferenzen gewesen, die er je erlebt habe, sagte Laschet.

Nordrhein-Westfalen wolle nun die getroffenen Verabredungen zwischen Bund und Ländern schnell umsetzen. Zu Beginn mahnte der CDU-Chef jedoch: „Das mutierte Virus breitet sich immer weiter aus – und wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben.“

NRW-Ministerpräsident Laschet spricht von Perspektivwechsel in der Corona-Pandemie

Gleichzeitig verdeutlichte Laschet, dass man nicht nur auf die Inzidenzwerte schauen dürfe. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Weg vom pauschalen und dauerhaften Schließen, hin zu einer fokussierten und kontrollierten Sicherheit.“

Der Corona-Gipfel erfolgte über eine Videoschalte zwischen Bund und Länderchefs.

Im Zuge dessen haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, trotz zum Teil steigender Inzidenzen, weitere Öffnungsschritte zu erlauben. Der Lockdown wurde zwar offiziell bis zum 28. März verlängert - die Optionen auf Lockerungen seien jedoch gegeben. Ermöglichen sollen diese ein „Dreiklang aus testen, impfen und digitalen Lösungen“, so Armin Laschet.

Schnelle Impfungen und mehr Tests: Laschet kündigt rasches Vorgehen an

Die Impfkampagne sei der Schlüssel, um die Corona-Pandemie zu überwinden. Bund und Länder setzen auf eine Ausweitung der Impfkampagne. Spätestens Anfang April werde voraussichtlich deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, sagte der NRW-Ministerpräsident.

Bundesweit solle außerdem ein breites Testkonzept zum Einsatz kommen. Demnach sollen alle Bürger ab kommender Woche einen kostenlosen Schnelltest pro Woche angeboten bekommen. Einen konkreten Termin hierfür gebe es aber noch nicht. Das entsprechende Konzept werde noch entwickelt.

Dafür sollen auch in NRW die Voraussetzungen geschaffen werden. „Wir werden das zusammen mit den Kommunen ab morgen besprechen“, erklärte der Politiker (mehr Corona-News aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24).

Öffnungen trotz Corona-Lockdown: Click-&-Meet-Konzept im Handel in NRW möglich

Weitere Öffnungen sollen auch trotz Corona-Lockdown möglich sein. Ab dem 8. März sollen Buchläden, Blumenläden und Gartencenter unter Hygieneauflagen in ganz Deutschland wieder öffnen können. Da NRW stabil bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Marke von 100 liegt, sei hier auch die Öffnung im Handel mit dem Click-&-Meet-Konzept möglich, so Laschet weiter.

Einzelhandels-Öffnungen seien laut den neuen Verabredungen zwischen Bund und Ländern ohne Terminvereinbarung, aber mit Kundenzahlbegrenzung ab einem Inzidenzwert von unter 50 möglich. Davon ist Nordrhein-Westfalen derzeit (Stand 4. März) noch etwas entfernt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag bei 62,8. Allerdings gibt es ab Montag (8. März) weitere Lockerungen bei privaten Treffen in NRW.

Weitere Lockerungen frühestens ab dem 22. März: NRW-Inzidenz aktuell bei über 60

An einem nächsten Öffnungsschritt müsse allerdings noch gearbeitet werden. Dieser könne in NRW frühestens ab dem 22. März vollzogen werden und auch nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen Werten von 50 und 100 mit unterschiedlichen Voraussetzungen wie etwa Terminbuchungen, so Laschet.

Die Lockerungen in der Corona-Pandemie können jedoch jederzeit wieder zurückgenommen werden. Diese „Notfallbremse“ behalten sich Bund und Länder vor. Auch Armin Laschet machte deutlich: Liegt eine Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, werde es wieder Schließungen geben.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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