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Corona an Weihnachten 2021 in NRW: Diese Regeln gelten in Gottesdiensten

Unter welchen Corona-Regeln finden 2021 Weihnachtsgottesdienste in NRW statt? Der Quasi-Lockdown für Ungeimpfte reicht offenbar nur bis zur Kirchentür.

Dortmund – Schon im vergangenen Jahr gab es eine hitzige Diskussion um Besuche von Weihnachtsgottesdiensten inmitten der Corona-Pandemie. 2020 wurden die umstrittenen Präsenzgottesdienste zum Hochfest des Christentums nicht verboten. Eine komplette Absage steht in diesem Jahr zwar nicht zur Debatte, doch die Corona-Regeln scheinen für die Kirchen in Nordrhein-Westfalen auch 2021 glimpflich auszufallen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Hendrik Wüst (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Weihnachtsgottesdienste in NRW: Corona-Regeln reichen von 2G bis „offen für alle“

Denn mit der Anfang Dezember aktualisierten Coronaschutzverordnung sollte das Leben für Ungeimpfte in NRW möglichst ungemütlich werden. „Richtig und wichtig“ sei es, so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) damals, die Risiken durch und für nicht immunisierte Menschen konsequent zu begrenzen. Doch in den Kirchen scheint diese Konsequenz zu enden.

Während der Zutritt zum gesamten Kultur- und Freizeitbereich und großen Teilen des Einzelhandels nur noch für Geimpfte und Genesene möglich ist, dürfen an Weihnachten auch Ungeimpfte auf der Kirchenbank Platz nehmen. Darauf haben sich die Bistümer der katholischen Kirche in NRW verständigt.

Weihnachtsgottesdienste: Kirchen in NRW verzichten zum Teil sogar auf 3G

Bei Weihnachtsgottesdiensten mit hoher Nachfrage soll 2G oder 3G gelten. Doch zusätzlich dazu sollen in Randzeiten auch Gottesdienste angeboten werden, für die es weder einen Immunitäts- noch einen Testnachweis braucht. Das erklärte Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros in NRW, der Rheinischen Post.

Dass die Kirchen in NRW an Weihnachten derart lasche Regeln aufstellen dürfen, liegt an der schwammig formulierten Coronaschutzverordnung für diesen Bereich. Darin heißt es lediglich, dass die Kirchen und Religionsgemeinschaften eigene Regeln aufzustellen haben, die „ein dieser Verordnung vergleichbares Schutzniveau sicherstellen“. Was das konkret bedeutet, bleibt unklar.

Über die Corona-Regeln für Weihnachtsgottesdienste entscheiden die Kirchen in NRW selbst.

Diese eigenen Regeln gelten dann anstelle der Coronaschutzverordnung. Die Kirchen werden lediglich verpflichtet, den zuständigen Behörden auf Anforderung ihre Konzepte zu übermitteln (mehr Corona-News aus NRW bei RUHR24).

Corona-Regeln für Weihnachtsgottesdienste in NRW 2021: Die Kirchen entscheiden selbst

Dass die Landesregierung in diesem Punkt nicht härter durchgreift, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Freiheit des Glaubens und die ungestörte Religionsausübung qua Grundgesetz ein hohes Gut sind.

Während der Zugang zu manchen Weihnachtsgottesdiensten in NRW also ohne jegliche Corona-Kontrollen stattfindet, soll aber zumindest in den Kirchen an bestehenden Regeln festgehalten werden. Das Katholische Büro in NRW rechnet mit weniger Plätzen als üblich. Auch die Maskenpflicht soll – mindestens beim Singen – gelten.

Bei den evangelischen Kirchen scheint man zunächst noch abwarten zu wollen. Man könne noch nicht genau sagen, was geht und was nicht, so die Evangelische Kirche im Rheinland gegenüber der Rheinischen Post. Der Grund ist simpel: Die aktuelle Coronaschutzverordnung in NRW tritt am 21. Dezember – also vor Weihnachten – außer Kraft.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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