Coronaschutzverordnung

Corona: NRW streicht ab sofort Inzidenzstufe ab 50 – was aktuell gilt

Die NRW-Landesregierung hat eine wichtige Corona-Regelung abgeschafft. Das gilt schon ab Freitag (30. Juli).

Düsseldorf – Die drei Inzidenzstufen sollen in NRW eigentlich anzeigen, welche Regeln aktuell in den jeweiligen Kreisen und Städten gelten. Doch nun ist eine dieser drei Stufen von der NRW-Landesregierung plötzlich abgeschafft worden, wie ein Blick in die neuste Coronaschutzverordnung vom 30. Juli zeigt.

LandNRW
Sieben-Tage-Inzidenz (Stand 29. Juli)20,4
Aktuell infizierte Personen6000

Corona in NRW: Landesregierung schafft Inzidenzstufe 3 ab

Demnach werden Kreise und Städte in NRW nicht mehr der Inzidenzstufe 3 zugeordnet, sollte sich die 7-Tage-Inzidenz acht Tage in Folge über 50 befinden. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 19. August.

Damit gibt es nun nur noch diese drei Inzidenzstufen:

  • Stufe 0: 7-Tage-Inzidenz stabil zwischen 0 und 10
  • Stufe 1: 7-Tage-Inzidenz stabil zwischen 10,1 und 35
  • Stufe 2: 7-Tage-Inzidenz stabil zwischen 35,1 und 50

Heißt im Umkehrschluss zum Beispiel:

  • Kontakte: Statt Treffen im öffentlichen Raum mit unbegrenzt vielen Teilnehmern zweier Haushalte sind weiterhin Treffen mit unbegrenzt vielen Angehörigen dreier Haushalte erlaubt.
  • Kultur: Museen können weiterhin ohne Terminvergabe öffnen.
  • Freizeit: Bäder, Saunen usw. und Indoorspielplätze mit negativen Testnachweisen und Personenbegrenzung sind weiterhin erlaubt.
  • Einzelhandel: Statt eine Person pro 20 Quadratmetern ist im Einzelhandel weiterhin eine Person pro 10 Quadratmeter erlaubt.
  • Gastronomie: Statt mit negativem Testnachweis darf die Außengastronomie weiterhin ohne Test besucht werden. Innengastronomie darf weiterhin mit Testnachweis öffnen.

Hier gibt es eine Übersicht über alle Inzidenzstufen in NRW und die Regelungen für einzelne Sektoren.

Corona in NRW: Begründung für Abschaffung der Inzidenzstufe 3 sind Krankenhausbelegungen

Als Begründung für den Wegfall der Inzidenzstufe 3 gibt die Landesregierung die aktuell geringe Zahl schwerer Krankheitsverläufe und Krankenhauseinweisungen in NRW an. Stand Donnerstag (29. Juli) waren nur 1,2 Prozent aller Intensivbetten in NRW durch Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem DIVI-Intensiveregister hervorgeht (Hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Sollten Städte und Kreise, die eine Inzidenz über 50 haben, ein „erhebliches lokales Infektionsgeschehen“ haben, „prüfen die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte gemeinsam mit dem Ministerium die Erforderlichkeit von gesonderten Regelungen“, so der Wortlaut in der neuen Coronaschutzverordnung.

Städte, die nun eigentlich in die Inzidenzstufe 3 gerutscht wären – die Stadt Solingen etwa wäre in naher Zukunft ein heißer Kandidat – verbleiben mit dieser Maßnahme also weiterhin in der Stufe 2 und müssen auch nur die darin geltenden Corona-Regelungen beachten. Hier gibt es eine Übersicht über alle Maßnahmen und Regelungen der Inzidenzstufen in NRW.

Coronaschutzverordnung von NRW wurde erst am 29. Juli geändert

Erst am heutigen 29. Juli hatte eine angepasste Coronaschutzverordnung in NRW Gültigkeit erlangt. Demnach rutscht eine Stadt oder ein Kreis erst in die nächst höhere Inzidenzstufe, wenn der jeweilige Grenzwert an acht aufeinanderfolgenden Kalendertagen überschritten wird. Ist das der Fall, würde am übernächsten Tag dann die neue Inzidenzstufe gelten. Zuvor musste der Grenzwert nur an drei Kalendertagen in Folge überschritten werden. Die Acht-Tage-Regelung galt bislang nur für den Übergang von Inzidenzstufe 0 zu Inzidenzstufe 1.

Auch wichtig: Nicht nur die Städte und Kreise in NRW müssen auf ihre Inzidenz achten, sondern auch das Land selbst. Reißt es als Ganzes die oben genannten Grenzwerte, gelten landesweit einheitliche Corona-Regelungen der jeweiligen Landesinzidenzstufe. Erst Montag (26. Juli) war NRW in die Inzidenzstufe 1 gerutscht. In diesem Fall gilt die Inzidenzstufe für alle Städte und Kreise, auch solchen, die selbst in der Stufe 0 sind.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa-Pool

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