Fehler in Impfzentrum

NRW: Nach Impfstoff-Verwechslung bei Kindern ermittelt die Polizei

In NRW ist es zur Verwechslung von Corona-Kinderimpfstoff gekommen. Jetzt ermittelt die Polizei.

Update, Montag (20. Dezember), 13.45 Uhr: Von der Panne um Corona-Impfungen mit dem Mittel von Moderna im Kreis Olpe sind nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums drei Kinder betroffen, teilte das Gesundheitsministerium (MAGS) auf DPA-Anfrage am Montag mit.

Drei Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren hätten versehentlich den Booster-Impfstoff von Moderna - in halber Dosierung - erhalten, statt den für ihre Altersgruppe zugelassenen Kinderimpfstoff von Biontech.

Erstmeldung, Montag (20. Dezember), 8.42 Uhr: NRW – Kurz nach dem Start der Kinderimpfungen gegen das Coronavirus in NRW ist es am Sonntag (19. Dezember) zu einem Fehler in einem Impfzentrum im Süden des Landes gekommen. In Olpe haben impfende Medizinische Fachangestellte den Impfstoff verwechselt, wie der Kreis im Sauerland mitteilt.

7-Tage-Inzidenz in NRW238,3
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten14,26 Prozent
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz3,38

NRW: Kreis Olpe verwechselt Kinderimpfstoff – Moderna statt Biontech

In einer Mitteilung schreibt die Kreisverwaltung, „mehrere“ Kinder seien von dem Vorfall betroffen. Eine genaue Zahl nennt die Behörde nicht. Die Kinder hätten statt des von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfstoffs von Biontech jenen von Moderna bekommen. Beide Impfstoffe basieren zwar auf derselben Technologie (mRNA), allerdings gibt es beim Impfstoff von Moderna die leicht erhöhte Chance, als Nebenwirkung eine Herzmuskelentzündung zu bekommen. Die Stiko empfiehlt Menschen unter 30 deshalb nur den Corona-Impfstoff von Biontech.

Die Verwechslung sei den impfenden Medizinischen Fachangestellten laut Kreis Olpe selbst aufgefallen. Diese hätten dann die Eltern der betroffenen Kinder über den Vorfall informiert. Die ärztliche Leitung des Olper Impfzentrums hat dann offenbar versucht, die Situation zu retten. Man habe den Eltern mitgeteilt, dass Moderna die Zulassung für seinen Kinderimpfstoff in der EU beantragt hat.

Moderna statt Biontech: Polizei in NRW ermittelt nach Verwechslung von Kinderimpfstoff

Nach der Impfstoff-Verwechslung habe es bei den Kindern zunächst keine Auffälligkeiten gegeben, schreibt die Kreisverwaltung von Olpe in ihrer Mitteilung. Und: „Auf Wunsch der Eltern wurde der Vorfall bei der Polizei angezeigt“, die jetzt die Ermittlungen aufgenommen hat. Außerdem bietet der Kreis Olpe Eltern an, sich bei von der Stadt unabhängigen Kinderärzten eine Zweitmeinung einzuholen (Hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Als Konsequenz der laut Kreis „individuellen Fehlleistung der Fachangestellten“ wolle man nun „sämtliche Abläufe und Kinderimpfungen noch einmal überprüfen.“ Der Kreis schließt dabei nicht aus, dass weitere Kinder von den Verwechslungen betroffen sein könnten. Über den Vorgang werde am Montag (20. Dezember) das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen unterrichtet.

Rubriklistenbild: © Hazem Bader/AFP

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